Pirckheimer-Blog

Sa, 27.09.2025

In Stendal: „Rückkehr aus Troja“

Rückkehr aus Troja – Die Abenteuer des Odysseus. Zeichnungen von Peter Nagengast und Werke weiterer Künstler der Gegenwart, heißt die neue Ausstellung im Winckelmann-Museum in Stendal (Winckelmannstraße 36–38, 39576 Stendal, die vom 04. Oktober bis 23. November 2025 zu sehen sein wird. Der Berliner Künstler Peter Nagengast (1935–1985) schuf in seinem letzten Lebensjahr einen umfangreichen Zyklus von Zeichnungen zu Odysseus. Im Auftrag des Aufbau-Verlags entstanden, liefert die 2.800 Jahre alte Geschichte um die abenteuerliche Irrfahrt in allen Epochen der Kunstgeschichte und Literatur einen attraktiven Stoff und bleibt für Künstler und Künstlerinnen unterschiedlichster Genres ein inspirierendes Thema. Peter Nagengasts mythische Gestalten sind frei von kanonischer Ikonografie, die üblicherweise die Odyssee illustriert – es gibt nur wenige Attribute oder historische Gewänder, kaum Bildzitate berühmter Vorbilder. „Neue Seiten tun sich auf – weniger heroisch, sondern vielschichtig, schlitzohrig, manchmal komisch, manchmal grotesk: Man findet weniger edle Größe, und mehr subversive, raubeinige Energie – besonders in den Zeichnungen. Unter Nagengasts suchenden, spröden Strichen tauchen die altbekannten Gestalten neu und ungewohnt aus dem Nebel auf“, so Käthe Wenzel. „Gemeinsam haben Zeichner und Übersetzer eine ganze Vorstellungswelt entstaubt und belebt“. Neben den Originalzeichnungen von Nagengast zeigt die Ausstellung Bildwerke von 16 weiteren Kunstschaffenden aus dem Bestand des Winckelmann-Museums und der Winckelmann-Gesellschaft zu den Themen um Troja und die Odyssee. Dazu zählen Grafiken im Stil des Klassizismus von Anny Schröder (erschienen 1947/1948) sowie Werke aus der DDR, einer Zeit, als mittels der antiken Mythologie oft kritische Sichtweisen verschlüsselt formuliert wurden. Zu nennen sind unter anderem Arbeiten von Ronald Paris, Alfred Traugott Mörstedt, Klaus Süß, Joachim John, Christa Sammler. Künstler westlicher Provenienz wie Aldo Patrocchi und Donald von Frankenberg ergänzen die Präsentation. Besonderer Dank gilt Lilo Nagengast und Robert Nagengast für die Unterstützung beim Zustandekommen der Ausstellung. Zur Schau erscheint ein umfangreicher Katalog mit 156 Seiten und 102 Abbildungen.

(André Schinkel/Winckelmann-Gesellschaft/Pressemitteilung)

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