Pirckheimer-Blog

SLUB

Mo, 25.10.2021

Johann Kentmann »Kreutterbuch«

Das einzigartige »Kreutterbuch« von Johann Kentmann mit 600 Pflanzenaquarellen wurde 1563 in Torgau fertiggestellt und ist einer der größten Buchschätze der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden. Es zeugt vom hohen Stand der Renaissance-Wissenschaften in Torgau in der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Anlässlich der 9. Sächsischen Landesgartenschau-2022 Torgau wird dieses farbenprächtige Pflanzenbuch der Renaissance erstmals komplett in einem Nachdruck publiziert. Der Nachdruck zeigt die bis heute erhaltene Farbigkeit, Frische und Detailgenauigkeit der Pflanzen-Aquarelle. In den letzten Jahren wurden sie wissenschaftlich untersucht, und es stellte sich heraus, dass die Ersterwähnung etlicher Pflanzenarten Johann Kentmann zugeordnet werden kann. So hat er zum Beispiel die Türkische Tulpe, Hyazinthen, Muscari oder Schneeglöckchen erstmals dokumentiert. Einführende Texte von Dr. Thomas Haffner, SLUB, Dr. Hansjochen Hancke, Dresden sowie Romina Barth, der Bürgermeisterin von Torgau. Register aller Pflanzennamen (botanisch, Kentmann, deutsche und englische Bezeichnungen)

Johann Kentmann - 1563 - Kreutterbuch. Erster vollständiger Nachdruck mit allen 600 Aquarellen von schönen, auserlesenen heimischen und fremdländischen Gewächsen, Bäumen, Stauden, Hecken und Kräutern,
Hrsg.: Dr. Harald Alex Gartenprojekte, Döbrichau
Verlag galerie bilderwelt, Reinhard Schultz, Stuttgart, Frühjahr 2022
ca. 640 Seiten, Hochformat DIN A4, Farbdruck, Hardcover
Prepress/Bildbearbeitung: Dr. Hans D. Baumann, Kassel
Preis: 39 € Subskriptionspreis bis 15.03. 2022: 29,50 €
Bestellungen bilderwelt oder harald.alex gartenprojekte
ISBN 978-9823679-0-3

Di, 22.01.2019

Fotomontage: Jindřich Štyrský

Zirkus in der Druckerei. Tschechische Avantgarde

Die 1920er-Jahre waren auch in der jungen Tschechoslowakischen Republik von einer internationalen Aufbruchstimmung geprägt, die Künstlerinnen und Künstler und Architektinnen und Architekten ebenso inspirierte wie Verlegerinnen und Verleger. Gemeinsam wirkten sie daran, künstlerisch anspruchsvolle ‚Bücher für alle Sinne‘ zu schaffen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Der Zirkus diente ihnen neben Film und Varieté als wichtige Inspirationsquelle. Die originellen Einfälle beschränkten sich nicht auf den Umschlag, sondern dehnten sich über die Titelseiten auf den Satz, die Typografie, das Impressum und auf stets neu gestaltete Verlagszeichen aus.

Die Umsetzung der Bücher stellte für die Druckereien eine große Herausforderung dar: „Ich hätte [dem tschechischen Künstler und Publizisten Karel Teige] gewünscht, die Herstellung des Buches ... gesehen zu haben. Er hätte in der Druckerei von Obzina einen Zirkus gesehen wie kaum einen anderen auf der Welt. Der Setzer lief von Setzkasten zu Setzkasten durch die ganze Setzerei, um den Anweisungen des Anstifters nachzukommen. Und bei den Obzinas gibt es Setzkästen!“ (Arthur Novák, tschechischer Kritiker, Bibliophile).

Gegliedert nach künstlerischen Techniken und Formaten, die für die Umschlaggestaltung gewählt wurden – von Linolschnitten über Bildgedichte und rein typografischen Lösungen bis hin zu Fotos bzw. Fotomontagen – zeigt die Ausstellung künstlerisch anspruchsvoll gestaltete Gebrauchsbücher und Zeitschriften, die die Ideen der Avantgarde in einer ganz eigenen Mischung aus lokalen Traditionen und europäischem Weitblick zeigen.

Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, anlässlich des Tschechischen Kulturjahrs 2019, in Kooperation mit dem Museum der Tschechischen Literatur Prag und dem Gastland Tschechien – Kulturministerium der Tschechischen Republik, Mährische Landesbibliothek und Leipziger Buchmesse.

Eröffnung: 5. Februar 2019, 19:30 Uhr.
Kabinettausstellung: 6. Februar - 11. August 2019

Tresor des Deutschen Buch- und Schriftmuseums
Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig

Fr, 21.12.2018

PF 2019

Um die Vorderseite (Abb.) ranken sich zwei Geschichten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen .• Vor einiger Zeit erhielten wir einen Anruf. Eine Dame berichtete am Telefon, die Werbeagentur, in der sie tätig war, habe ihre Arbeit eingestellt. Übrig geblieben seien nur vier, fünf Kartons mit Fachbüchern: Typographie, Schrift etc. Niemand habe Interesse daran, aber bei uns wären sie doch gut aufgehoben. Einzige Bedingung: Abholung! Die Sichtung förderte zwei Musterbücher zutage, keine Schriftmusterbücher, sondern solche für Messinglinien, herausgegeben von der Firma Berthold in Berlin (1894) und der fast unbekannten »Berliner Messinglinien-Fabrik Aktiengesellschaft« (1891), die zwei Jahre später mit Berthold vereint wurde. Welche Raritäten! • In diesem Jahr nun, und das ist die zweite Geschichte, wurde uns das Glück zuteil, diese phantasievollen Ornamente nicht nur auf Papier vor uns zu haben, sondern als reale, zum Druck verwendbare Messinglinien. Den Schatz, er präsentiert sich auch in einem richtigen »Schatzkästchen«, verdanken wir Christa Frohburg, als sie die 1842 gegründete Buchdruckerei Roßberg in Frankenberg nicht weiter fortführen wollte. Ganz lieben Dank an Frau Frohburg .• In gleicher Weise gilt unser Dank Gudrun Zapf-von Hesse für eine frühe Kniehebelpresse von Christian Dingler. Sie stand im Arbeitszimmer ihres Mannes, die sie an uns weiterreicht im Sinne der freundschaftlichen Verbundenheit mit Hermann Zapf über viele Jahrzehnte. Sie wurde eingeweiht auf dem letzten Schriftenfest mit dem Text von Beatrice Ward: » This is a Printing Office « gesetzt in der seltenen »Spectrum« .• Wie 2017 haben auch dieses Jahr Mitarbeiter der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) uns besucht, um die Atmosphäre, den typischen Duft, einer traditionellen Buchdruckerei zu erleben. 
(SchumacherGebler)

So, 24.06.2012

Jahresexkursion der Berlin-Brandenburger Pirckheimer

Im Atelier mit Hermann Naumann (4. von links)
Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein (andere sagen: Pirckheimer-Wetter) führte 26 Mitglieder und Gäste der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe am heutigen Tag die Jahresexkursion nach Dresden.
Bei unserem Mitglied, der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, konnten die Teilnehmer in der Schatzkammer das 800 Jahre alte Maya-Manuskript "Codex Dresdensis" betrachten und sich aus erster Hand über den bevorstehenden Weltuntergang am 21.12.2012 informieren. Anschließend erhielten sie einen gründlichen Einblick in die Architektur und Arbeitsweise dieser Bibliothek.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurden die Pirckheimer in der Galerie des Hofmannschen Gutes von Helga Luzens durch eine Ausstellung Dresdener Künstler aus einer Privatsammlung geführt und erlebten danach im Atelier von Hermannn Naumann eine anregende, durch viele Anekdoten gewürzte Darstellung seines künstlerischen Lebensweges und einen detaillierten Einblick in dessen, von ihm entwickelte Technik des Punzenstichs, die er vermutlich als Graphiker als einziger ausübt.
(ad)

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