Die Gleichstellung von Frau und Mann wurde in der DDR als Zentrum gesellschaftspolitischer Zielsetzungen definiert. Maßnahmen wie eine umfassende Förderung in Bildung und Beruf zielten darauf ab, Frauen als aktive Mitgestalterinnen der Gesellschaft zu etablieren. Rollenbilder wie das der fürsorglichen Mutter, der verantwortungsbewussten Werktätigen und der Intellektuellen fanden nicht nur in der offiziellen Rhetorik, sondern auch in der künstlerischen Praxis ihren Ausdruck. Die Kunstpolitik der DDR förderte zunächst idealisierte Darstellungen des „neuen Menschen“, wobei Frauen primär als Repräsentantinnen sozialistischer Werte inszeniert wurden. Parallel dazu entwickelten Künstlerinnen und Künstler des Landes differenzierte Perspektiven, die sich mit den komplexen Lebensrealitäten von Frauen auseinandersetzten und Themen wie Verletzlichkeit, Selbstermächtigung und Aufbegehren in den Fokus rückten. Besonders ab den 1970er Jahren wurden da alternative Sichtweisen zunehmend präsenter. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung Unbeschreiblich weiblich im Cottbuser Dieselkraftwerk (als Teil des BLMK, Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus) liegt auf der Frage, wie sich der weibliche Blick von der männlichen Perspektive unterscheidet. Inwieweit äußern sich geschlechterspezifische Blickstrategien auf die Frau? Welche tradierten Rollen- und Körperbilder wurden sowohl von Künstlerinnen als auch von Künstlern reproduziert, kritisch hinterfragt oder bewusst dekonstruiert? Die Schau, zugleich ein Who-is-Who der Kunstströmungen in der DDR, ist noch bis zum 10.08.2025 zu sehen. Unbeschreiblich weiblich. Frauenbilder in der DDR ist Dienstag bis Sonntag 11 bis 19 Uhr geöffnet.
(BLMK/André Schinkel/Pressemitteilung)