Soeben ist die neue Ausgabe der Marginalien, die Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie der Pirckheimer-Gesellschaft, in der 261. Ausgabe (Heft 2026/2) erschienen und ausgeliefert worden. Sie steht, wie es Chefredakteur Till Schröder im Editorial treffend formuliert, im sanften Bann der Frage, wie es sei und gelänge, das Flüchtige zu halten und zu konservieren. Es ist die Grundfrage, die die Künste und das Streben nach dem Schönen gleichsam umtreibt wie auch das Wesen und Fluid der Leidenschaft von Sammelnden wie vorrätig Haltenden, den Antiquaren etwa. Diesen wird in den Beiträgen von Gerhard Leyerzapf und Till Schröder Raum und Würdigung erwiesen, die sich mit dem Antiquariat Die Schmiede des Ehepaars Leyerzapf in Amsterdam und in einem Interview mit Markus Brandis, dem Vorsitzenden des Verbands Deutscher Antiquare, im Rück- und im Vorausblick befassen. Weiterhin geht es um Goethe-Autographen, Flugblätter, Exlibris und last, but not least Lesezeichen – über die Peter Engel ganz faszinierend schreibt. Sylke Wunderlich ist für die Nachrufe dieses Hefts in diesem an Verlusten ganz offenbar reichem Jahr zuständig, sie erinnert in zwei tiefen Texten an Manfred Butzmann und Bernd Frank. Auch wird Wilhelm Höpfner und seinen unveröffentlicht gebliebenen Kinderbüchern gedacht. In der Typografischen Beilage gibt’s Erinnerungen von Michael Faber, im originalgrafischen Teil je eine Algrafie von Konrad Henker, insgesamt vier Motive, die an die Mitglieder der Gesellschaft gehen. Die Linernotes dazu kommen von Ekkehard Schulreich. Den Rezensionsteil bestreiten neben dem Redaktionsleiter selbst Natias Neutert, der Bremer Literaturpreisträger Wilhelm Bartsch sowie Pirckheimerfreund Peter Arlt, der sich den gesammelten Exlibris Egbert Herfurths widmet, und Jens-Fietje Dwars. Bartsch ist in seinem Text zwei Großen ihrer jeweiligen Kunst-Sparte auf der Spur: Isolde Ohlbaum und Peter Handke. Abschließend gibt es Nachrichten für alle Büchernarren und aus der Gesellschaft sowie die Ausstellungstipps – in den Nachrichten gedenkt Carsten Wurm noch einmal Roland R. Bergers.
(André Schinkel)