Rollomalerei, Künstlerbücher und Künstlerplakate aus der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK)
Ausgehend von den Sammlungsbeständen des BLMK sollen die vielschichtigen Aspekte jener seit Ende der 1970er-Jahre, oftmals quer zu den kulturellen Maßgaben in der DDR entstandenen Werke untersucht und deren Fortleben in der Kunst Ostdeutschlands punktuell vorgestellt werden. Ein Schwergewicht bilden dabei die im Bestand befindlichen Faltpapierrollos von so bekannten Künstler*innen wie Micha Brendel, E.R.N.A., Dieter Ladewig, Max Uhlig, Gudrun Trendafilov oder Hans Scheuerecker – größtenteils in den 1980er-Jahren geschaffen. Die Besonderheit dieser großformatigen Rollomalerei liegt im exemplarischen Ausdruck jenes Zeitgeistes, der im neoexpressiven Aufbruch die ostdeutsche Kunstlandschaft im letzten Jahrzehnt der DDR nachhaltig veränderte.
Das Cottbuser Kunstmuseum war eines der ersten in Ostdeutschland, das 1988 Künstlerbücher in einer Kabinettausstellung präsentierte. Die damals begonnene Sammlung birgt eine Vielzahl jener kreativen Begegnung, so zwischen Maler und Dichter in selbstverlegten Büchern oder in Form des Buchobjektes. Auch Künstlerplakate in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen bereichern seit Begründung der Plakatsammlung in Cottbus (1979) kontinuierlich die Bestände, die erstmals in umfassender Weise präsentiert werden. Hier offenbart sich ein Erfindungsreichtum, der die oftmals begrenzten Mittel spielend hinter sich läßt und vielfach mit den Drucktechniken experimentiert.
Die Ausstellung präsentiert eine erstaunliche Vielfalt ostdeutscher Positionen und verdeutlicht, wie diese unterschiedlichen Medien oftmals zusammenhingen und sich gegenseitig befruchteten.
Ausstellung: 18. Mai – 4. August 2019
Dieselkraftwerk
Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus