Nicht ein Genius allein. Das Septembertestament von 1522 – unter diesem Namen findet vom 18. August bis 18. November in Wittenberg eine Ausstellung statt, die dem 500-jährigen Jubiläum der ersten Lutherbibel gewidmet ist. Die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg und die Europäische Melanchthon-Akademie Bretten demonstrieren die Entstehung und Verbreitung des Septembertestaments in die stark humanistisch geprägte europäische Bibelbewegung des 15. und 16. Jahrhunderts. Unter den Exponaten sind ein Original des Septembertestamentes von 1522, die „Gegenbibeln“ papsttreuer Christen und frühe Bibelübertragungen in andere europäische Sprachen zu finden.
1522 brachte Martin Luther seine Übersetzung des Neuen Testaments ins Frühneuhochdeutsche von der Wartburg nach Wittenberg. Es wird angenommen, dass diese Entwurfsversion in nur 11 Wochen geschrieben wurde. Im September 1522 erschien die erste Ausgabe des Neuen Testaments, übersetzt von Martin Luther, aus der Druckerei von Melchior Lotter dem Jüngeren in Wittenberg. Diese Veröffentlichung war der Auftakt zu der Übersetzungsarbeit, die die Wittenberger Reformatoren viele Jahre beschäftigte und 1534 zum Erscheinen einer neuen Gesamtbibel in deutscher Sprache führte. Die Ausstellung findet sich im Schloss Wittenberg, Schlossplatz 1, in der Lutherstadt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter: www.rfb-wittenberg.de.
(Maria Bogdanovich)