Er zählt zu den weltweit größten Erzählern seiner Generation, sein zur Dekadenz und schließlich zur Klassischen Moderne zu zählendes Werk strahlt bis heute: Thomas Mann (1875–1955). 2025 ist als neuerliches Jahr der Dichter- und Schriftstellergeburtstage auch dem Jubiläum seines 150. Wiegenfests gewidmet. 1929 mit dem Literaturnobelpreis geehrt, musste Mann 1933 ins Exil gehen – erst 1949 kehrte er in das dann geteilte Deutschland für einige Auftritte zurück. Diesem für den späten Thomas Mann aufwühlenden Jahr widmet sich die eponyme Graphic Novel, die soeben bei Knesebeck erschien: „... auf Einladung zum Goethe-Jahr in Ost- und Westdeutschland. Seine Deutschlandreise ist das erste international beachtete kulturelle Großereignis nach dem Fall des Nationalsozialismus. Lange hat Thomas Mann gezögert, ob er überhaupt kommen soll. Er reist mit seiner Frau Katia von Frankfurt am Main über Nürnberg und München nach Weimar, hält Reden in beiden Teilen Deutschlands, was seinem Deutschlandbesuch auch politisch höchste Brisanz verleiht. Er wird bejubelt und zugleich kritisiert.“ Textlich realisiert von Julian Voloj und Friedhelm Marx, ins Bild gesetzt von Magdalena Adomeit und basierend auf Selbstzeugnissen Manns, flankiert von den Erinnerungen seines Fahrers, führt das Buch auf 96 Seiten in eine höchst bewegende Ära des Schriftstellers, samt Rückblenden auf Schlüsselerlebnisse in seiner Vita und einem Blick auf das Schicksal der Mann-Familie in der Mitte des letzten Jahrhunderts. „Ein tiefer Einblick in das Leben des Nobelpreisträgers und ein wichtiger Beitrag zu seinem 150. Geburtstag!“ (Julian Voloj, Friedhelm Marx, Magdalena Adomeit: Thomas Mann. 1949: Rückkehr in eine fremde Heimat. München: Knesebeck 2025, 19 x 26 cm, geb., 96 Seiten, ISBN 978-3-95728-896-7, 24 Euro.)
(André Schinkel)