In seinem neuen FISAE-Newsletter weist Klaus Rödel auf eine wichtige Neuerscheinung, die Exlibris-Kunst im Nachbarland Belgien betreffend, hin: Dort erschien mit Geschiedenis van het modern Belgische ex libris (1880–2022). History of the modern Belgian ex libris (1880–2022) aus der Feder von Karl Vissers nun wohl das umfassendste und tiefgreifendste Werk zur Sichtung der Gattung im Königreich mit Anrecht zum Standard-Opus für lange Zeit. Klaus Rödel, der selbst als ausgewiesener Kenner und v. a. Sammler der belgischen Exlibris-Künstler gilt, schreibt dazu: „Vor uns liegt eine Veröffentlichung, die Lesestoff für viele Stunden enthält. Die Geschichte des Exlibris in Belgien, eines der Länder, die zu den ergiebigsten auf diesem Gebiet der Kunst zählen, reich an Künstlern, die für mich zu den besten der 60er, 70er und 80er Jahre zählen. Viele dieser Künstler machen die Basis meiner Sammlung aus, ohne diese wäre sie viel ärmer.“ Recht hat er wohl, belegt er das doch auch mit einer Vielzahl Beispiele, die er der Kollektion im Frederikshavner Kunstmuseum zur Bebilderung seiner Kurzrezension entnimmt. In fünf Gruppen aufgeteilt bis in die Gegenwart, untersucht Vissers erstmals umfassend die Geschichte des belgischen Exlibris über 140 Jahre bis in die Gegenwart und füllt somit eine Lücke im Dokumentationsbestand. Ergänzt ist das Werk durch ein Künstler- und Eignerverzeichnis sowie eine umfassende Bibliographie. Erschienen ist das 417 Seiten starke Opus bei Graphia in 500er Auflage und in drei Ausführungen zu haben: zunächst als Softcover für 35 Euro und als Hardcover für 45 Euro. Ein Teil der Hardcover-Auflage (36 Stück) erscheint mit einer beiliegenden Grafik von Walter Brems. Und das gute Stück wiegt, bei den Maßen 30,5 x 21,5 cm, 2,2 Kilo. Großer Bahnhof fürs belgische Exlibris: Het zij so!
(André Schinkel)