Die Bayerische Staatsbibliothek in München zeigt anlässlich der Medieval and Renaissance Music Conference 2023 fünf ausgewählte Spitzenstücke aus ihrer Sammlung. Die Kostbarkeiten der Schatzkammer sind vom 24. bis zum 28. Juli jeweils von 11 bis 19 Uhr im ersten Obergeschoss der Bayerischen Staatsbibliothek (Ludwigstraße 16, 80593 München) zu besichtigen, der Eintritt für die kleine Preziosen-Schau ist frei. Unter den kostbaren und kostbarsten Stücken befinden sich eine Ausgabe der Carmina Burana und andere Raritäten aus dem 12. bis zum 17. Jahrhundert.
Die historischen Musikbestände der Bayerischen Staatsbibliothek gehen zurück auf die Musikalien der 1558 gegründeten Hofbibliothek und der seit 1523 unter Wilhelm IV. mit Ludwig Senfl systematisch ausgebauten bayerischen Hofkapelle. Die Herzöge der Wittelsbacher sammelten gezielt musikalische Quellen für ihre Hofbibliothek, unabhängig vom Aufführungsmaterial, das die Hofkapelle benötigte. Im Zuge der Säkularisation im 19. Jahrhundert gelangten wertvolle Bestände aus bayerischen Klöstern in die Münchner Bibliothek, die bis in die Anfänge der schriftlichen Aufzeichnung von Musik (in Mitteleuropa etwa ab 850 die Neumen-Notation) zurückreichen.
Die in der Schatzkammer vorgestellten Handschriften repräsentieren das Spektrum an unikalen Musikquellen aus Mittelalter und Renaissance, beginnend mit den weltberühmten Carmina Burana, die für die mittelalterliche weltliche Musik stehen, über den Codex St. Emmeram mit früher Mensuralmusik und das Buxheimer Orgelbuch, die umfangreichste Quelle mit Musik für Tasteninstrumente im 15. Jahrhundert, bis hin zum Renaissance-Prachtchorbuch für Pfalzgraf Ottheinrich und schließlich der spanischen Chorbuch-Handschrift Cancionero de la Sablonara aus dem frühen 17. Jahrhundert. Alle Informationen zur Schau finden sich auf der Seite der BSB.
(Bayerische Staatsbibliothek/Pressemitteilung)