Der diesjährige Preis für Nature Writing, den der Verlag Matthes & Seitz mit Sitz in Berlin in Kooperation mit dem Umweltbundesamt und der Stiftung Kunst und Natur vergibt, geht, wie das Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels soeben mitteilt, an die interdisziplinär arbeitende Autorin und Künstlerin Susanne Eules. Susanne Eules wurde in Miltenberg geboren und studierte Ethnologie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, sie wurde 1990 an der Uni von Freiburg im Breisgau promoviert. Die deutsch-amerikanische Autorin arbeitet an der Schnittstelle verschiedener Künste und wurde mit mehreren Chapbooks und Lyrikbänden auf dieser und auf jener Seite des Atlantik bekannt. Ihre Bücher heißen etwa: ůbern růckn des atlantiks / den rand des nachmittags (2012), der kønig.innen hasen hůten (2016), lièvre – a book of hares (2018) und nivolog (2022) – geehrt wurde nun ihr jüngster Text-Zyklus. In der Begründung der Jury heißt es: „Im Gedichtzyklus miami t:ex(i)ting widmet sich Susanne Eules der berühmtesten Stadt Floridas, die wie so viele andere Großstädte vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht ist. Eine Bedrohung, von der sich der kapitalistische Hedonismus des Sunshine State allerdings wenig beeindrucken lässt, mag auch ein ‚wirbelrest von plastikmüll des north atlantic gyre‘ um die Hafentowers sausen, Miami bleibt die ‚alpha city mit korallenkette‘. Man fährt weiter Kreuzfahrtschiff und reitet fröhlich den ‚leviathan der erderwämungsachterbahn‘.“ Und endet, wie zu befürchten steht: „Mal wie Treibgut, mal wie Schaumkronen wogen diese Verse über die Seiten, spielerisch, virtuos und von satirischer Schärfe: ‚o greenland du neues flo/rida‘!“ Darüber hinaus erhalten Claudia Gabler und Alexander Schnickmann je ein Stipendium zur Teilnahme an einem Nature-Writing-Seminar der Stiftung Natur und Kunst in Bad Heilbrunn im Herbst 2023. Die Preisverleihung findet am 10. September im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin im Silent Green Kulturquartier statt.
(André Schinkel/Pressemitteilung)