Pirckheimer-Blog

Di, 07.10.2025

LBO: Buchpremiere „Im Zeichen der Spinne“ (Mopsa Sternheim)

Ein verschollen geglaubter Roman feiert Premiere: Elfi Hoppe liest am 08. Oktober 2025 aus dem Roman Im Zeichen der Spinne von Mopsa Sternheim, der Tochter Carl Sternheims, der in einer hand- und maschinenschriftlichen Rohfassung in der Landesbibliothek Oldenburg wiederentdeckt wurde. Über die Arbeit mit dem Material sprechen die Herausgeber Dr. Rudolf Fietz und Gisela Niemöller. Es ist nicht weniger als eine literarische Sensation: Ein verloren geglaubtes Werk, der Roman einer vergangenen Epoche von alarmierender Aktualität, wurde in der Landesbibliothek Oldenburg wiederentdeckt. In einem Koffer fand sich als Konvolut unsortierter Blätter der einzige Roman von Mopsa Sternheim (1905–1954). Gert Schiff, dem jungen Freund ihrer letzten Lebensjahre, vertraute sie das Werk mit der Bitte um Publikation an. Der aus Oldenburg stammende Kunsthistoriker konnte ihren Wunsch bis zu seinem Tod 1990 nicht realisieren. So überdauerte der Text versteckt inmitten seines Nachlasses. Mit diesem Roman tritt die Tochter des Dramatikers und Erzählers Carl Sternheim und der Tagebuchschreiberin und Autorin Thea Sternheim endlich aus dem Schatten der Eltern heraus als Verfasserin und Zeugin der Epochenumbrüche des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie erzählt die Geschichte von Vivan und Michael, die von den Gegensätzen zwischen künstlerischer Selbstverwirklichung und hartem Alltagskampf geprägt ist. Es geht um die Glanz- und Schattenseiten der „Goldenen Zwanziger“ und die Gräuel des Nationalsozialismus. Der Roman wurde bei Wallstein aufgelegt und hat eine interessante Editions-Geschichte, die am Abend gleichsam zur Sprache kommen wird. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Grußworte kommen Corinna Roeder (LBO) und Margarete Rosenbohm-Plate (Stiftung Dr. Gert Schiff). Der Zutritt ist ohne Anmeldung möglich, der Premiereneintritt frei. Ort: LBO, Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg.

(André Schinkel/LBO/Pressemitteilung)

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