Pirckheimer-Blog

Spitzwegs "Poet": Arm, sexy, selber schuld?! Na toll!
So, 12.05.2024

Künstlerschaft: Arm und sexy?

Nachtrag zum Ersten Mai: Es dürfte wohl das dümmlichste Klischee des still oder lauthals wuchernden, sich überkullernden und nun erkennbar Stück für Stück auch ... autophagen Zeitalters der Spätaufklärung sein, dass es gerade das Leid und der Mangel an Brot und Suppe sei, von dem sich Künstlerinnen und Künstler ernähren und daraus die größten Kunstwerke schöpfen. Dass diese trotzdem entstehen, weil es eben nicht anders geht, ist wohl eher wahr; und einer mündigen Gesellschaft sollte es nicht schlecht zu Gebote stehen, dem Leitsatz Alles ist prekär ..., der für große Teile der Kulturlandschaft gilt, letztlich Konformität und Stromlinigkeit zeugt, gern und beherzt entgegenzutreten, was übrigens auch für die der Kunst dienenden Gewerke ihrerseits dienlich wäre. Das findet jedenfalls Simone Dede Ayivi, Theaterfrau und Kolumnistin der tageszeitung, die am Tag der Arbeit in ihrem Text auf diese Misere in einem Artikel hinweist. Beides ist hochinteressant zu lesen: der Text selbst wie der Kommentarbaum dazu. Möge es nützen in dieser Welt, dieser Zeit.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

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