Der über ein halbes Jahrhundert hinweg mit einer Fülle von Editionen, Anthologien und Einzelstudien hervorgetretene Philologe, dem Theater als Dramaturg an mehreren Bühnen und als Rektor der Schauspielschule Ernst Busch eng verbunden, ein Kenner mit dem Blick für das Entscheidende im scheinbar Abseitigen, verkörpert mit seinem Werk in klassischer Weise jene ingeniöse Belesenheit, auf deren Interventionen die Buchkultur angewiesen ist.
Seiner monumentalen Ausgabe der Werke von Max Herrmann-Neisse verdankt sich die Wiederentdeckung dieses bedeutenden Expressionisten. Von Faust und der Päpstin Johanna zu Alfred Jarry und Boris Vian, von den Vampiren, Werwölfen und Künstlichen Menschen seiner legendären Sammlungen bis zu Brecht und Wedekind, Fritz Kortner und Elisabeth Bergner hat er den Lesern (und den Theaterzuschauern) entscheidende Hinweise gegeben, und er hat vorgeführt, wie man weit blickende Kennerschaft mit Text-Akribie verbindet.