Gäste im Salon: Andreas Spiegl liest Anja Nowak
"Das Schwarze Buch von Anja Nowak erzählt von der Beziehung, die das Bild und das Abbild zueinander unterhalten, von der Unterhaltung zwischen einem fotografierten Schatten und einer Zeichnung dieses Schattens, deren Unterschied sich der Wahrnehmung entzieht, deren Differenz und identisches Erscheinungsbild Seite für Seite im Schatten der Definierbarkeit zu liegen kommt.
Zwischen Bild und Abbild liegt eine Wahrnehmung, die sie aneinander angleicht, beide gleich erscheinen lässt – identisch und verwechselbar, austauschbar nur im Horizont ihrer Ähnlichkeit, ihrer Möglichkeit, die Seite zu wechseln, den Platz zu tauschen und die Rolle des Anderen zu spielen.
Das gezeichnete Bild eines rechteckigen Schattens kann den Schatten und das Abbild des fotografierten Schattens abbilden – als Bild Abbild eines Abbilds werden, die Seite wechseln, ident werden mit seiner anderen Seite, wo Rückseite und Vorderseite umeinander rotieren, aufeinander folgen und auseinander hervorgehen, immer dazu bereit, die Richtung zu ändern, die Ausrichtung und die Zuordnung zu den Ordnungen von Bild und Abbild, beides zugleich."
(Andreas Spiegl)
Lesung: 29. Mai 2019, 19 Uhr
Bernhard Cella
Studio Salon für Kunstbuch
Luftbadgasse 16, 1060 Wien