"Man mag es kaum glauben, aber das erste von Hans Ticha illustrierte Buch entstand 1959, es war „Das Schildbürgerbuch“. Auf 28 Seiten befanden sich 10 dreifarbige Orig.-Linolschnitte, und auch die Schrift war geschnitten. Die Auflage von 25 Exemplaren war nicht gerade üppig, aber für den Erstling eines 19-Jährigen auch nicht über-mäßig bescheiden.
Die Textauswahl spricht bereits für sich: Das Anprangern irrsinnigen Verwaltungshandelns einer irgendwie ja auch kommunemäßig verfassten Bürgerschaft in Schilda war durchaus inspiriert von den Verhältnissen, wie sie der junge Student Ticha in der DDR tagtäglich vor Augen hatte [...] .
Ticha, der schon als Jugendlicher in einem Malzirkel des an sich impressionistischen Künstlers Heinz Mutterlose seinen konstruktivistischen Stil zu entwickeln begonnen hatte, sah nach dem Abitur keine großen Chancen für seine – in der DDR der 1960-Jahre als „formalistisch“ verpönte – Kunst und studierte zunächst Kunsterziehung und Geschichte an der Leipziger Universität. Nach zwei Jahren im Schul- und dem anschließendem Militärdienst orientierte er sich neu und bewarb sich 1965 um einen der raren Studienplätze an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Und schuf sein zweites selbst gedrucktes Buch, dieses Mal illustrierte er eine selbst zusammengestellte Lyrik-Anthologie..."
(Wolfgang Grätz)
Eröffnung (ohne Begrüßung): 28. August 2020, 19:30, in Anwesenheit von Hans Ticha
Ausstellung: 28. August - 31. Oktober 2020
Büchergilde Buchhandlung & Galerie
An der Staufenmauer 9, 60311 Frankfurt/Main