Das Museum Lyonel Feininger (Schlossberg 11, 06484 Quedlinburg) in der uralten Welterbestadt Quedlinburg präsentiert eine umfassende Retrospektive des renommierten Hans Ticha, der am 02. September 2025 seinen 85. Geburtstag feiert. Mit seinem unverwechselbaren Stil zwischen Pop-Art, Konstruktivismus und Gesellschaftskritik gehört Ticha zu den bedeutendsten Grafikern und Illustratoren Deutschlands. Seine Kunst ist bunt, scharf, oft humorvoll – dabei immer tiefgründig. Die Ausstellung HANS T!CHA | Kugel · Kegel · Körperkult beleuchtet die zentralen Themen seines Werks: die Faszination für geometrische Formen, die karikatureske Darstellung des Menschen und die kritische Reflexion gesellschaftlicher Normen. Sein Grafiker-Kollege Herbert Sandberg (1908–1991) prägte einst den treffenden Begriff „Kugelist“ für Tichas Vorliebe für runde, auf ein Minimum reduzierte Körperformen. Im Mittelpunkt der Schau stehen Papierarbeiten – von frühen Zeichnungen über Druckgrafiken bis hin zu den berühmten Illustrationen, die Generationen von Lesern begleitet haben. Ergänzt wird die Ausstellung durch Gemälde und illustrierte Bücher, die Tichas unverwechselbaren Stil in seiner ganzen Vielfalt zeigen. Hans Ticha, der in der DDR als freier Künstler arbeitete und nach der Wende in den Westen zog, schuf über Jahrzehnte hinweg eine Bildsprache, die sich spielerisch zwischen ästhetischer Strenge und ironischer Brechung bewegt. Seine Werke stehen in der Tradition von Bauhaus-Künstlern wie Oskar Schlemmer und Willi Baumeister sowie Fernand Léger, aber auch dem russischen Konstruktivismus. Die Schau, die seit 12. April gezeigt wird, ist noch bis zum 08. September zu sehen. Es werden vor allem im Sommer öffentliche Führungen angeboten, regulär ist die Ausstellung von Mi bis Mo 10–18 Uhr besuchbar.
(André Schinkel/Pressemitteilung)