Pirckheimer-Blog

Briefe Heinrich von Kleists (1777–1811) neu entdeckt.
Fr, 15.11.2024

H. v. Kleist: Rettung im Untergang

Zu einer besonderen Veranstaltung lädt die Staatsbibliothek zu Berlin am 16.11. um 15 Uhr in den Wilhelm-von-Humboldt-Saal ein: „Rettung im Untergang“ – Fünf neue Kleist-Briefe: Lesung und Kommentar zu einem Jahrhundertfund. Ja, Heinrich von Kleists (1777–1811) fünf bislang unbekannte Briefe an den österreichischen Diplomaten Joseph von Buol-Berenberg aus den Jahren 1809 und 1810 stellen einen Jahrhundertfund dar. Die Briefe aus dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (TLMF) in Innsbruck wurden erstmals im Kleist-Jahrbuch 2024 veröffentlicht. In einer szenischen Lesung werden sie nun vorgeführt, von Expertinnen und Experten eingeordnet. Neben der Geschichte ihrer Entdeckung durch Hermann F. Weiss, Emeritus der University of Michigan wird ein Licht auf ihren zeitgeschichtlichen Kontext, auf materielle und auch grafische Besonderheiten der Briefe, ihre Entzifferung sowie literaturhistorische Bedeutung geworfen:

  • Mareike Beykirch und Jonas Hien vom Deutschen Theater lesen den Text der Briefe.
  • Hermann F. Weiss (University of Michigan) und Roland Sila (Handschriftenabteilung des TLMF) – beide online zugeschaltet – berichten über die Entdeckungsgeschichte und die Archivierung des Buol-Teilnachlasses.
  • Martin Roussel (Universität zu Köln) erläutert die historischen Hintergründe des anti-napoleonischen Widerstands mit einem Blick auf weitere Lebensspuren Kleists.
  • Günter Dunz-Wolff (Hamburg) geht auf diverse Schwierigkeiten bei der Entzifferung der Kleist’schen Handschrift ein.
  • Barbara Gribnitz (Stiftung Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder) stellt die Briefe als materielle Objekte und in ihrer Bedeutung für unser Wissen über die Biografie Kleists vor.
  • Christian Moser (Universität Bonn) beleuchtet die Bedeutung der aufgefundenen Briefe aus literaturwissenschaftlicher Sicht.

Die Veranstaltung schließt mit einer Plenumsdiskussion. Es moderiert Anne Fleig von der FU Berlin.  Die Veranstaltung in der Staatsbibliothek Berlin (Unter den Linden 8, 10117 Berlin) findet in Kooperation mit Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und der Stiftung Kleist-Museum statt.

(Robert Grieger und Ninon Suckow/Pressemitteilung)

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