Am Donnerstag, den 02.02. um 19 Uhr hält Dr. Michael Weichenhan den Vortrag ... eine Zeit der neuen Klassik ist angebrochen. Zur Rolle von „Klassikern“ in der DDR im Rahmen der Ausstellung Leseland DDR in der Landesbibliothek Oldenburg. Die Laufzeit der Ausstellung wurde bis zum 18.02. verlängert. Politisch verstand sich die DDR als Avantgarde, literarisch hingegen orientierte sie sich am Traditionellen, allen voran an Schiller und Goethe. Johannes R. Becher bestimmte die Kulturpolitik der DDR maßgeblich und richtete sie auf die Weimarer Klassik aus. Jenseits der Klassenzugehörigkeit pflegte der Staat bis 1989 im Rahmen der sogenannten „Erbaneignung“ programmatisch die Verbreitung „bürgerlicher“ Autoren, neben Goethe und Schiller standen Kleist, Büchner, Fontane bis hin zu Thomas Mann hoch im Kurs. Der Leserschaft bot diese Wertschätzung eine willkommene Entlastung von der Propaganda. Weichenhan studierte in der DDR u. a. Theologie und Klassische Philologie. Der Vortrag geht der Bedeutung „klassischer“ Texte für die Auslegung bis in die Gegenwart nach. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
(André Schinkel/Pressemitteilung)