Pirckheimer-Blog

George Grosz, Rudolf Omansen und ein Huhn, Büchergilde Gutenberg 2019
Sa, 24.08.2019

George Grosz – Das Huhn im Kopf

Verfemung, Trauma und Entschädigung

Das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin präsentiert in Zusammenarbeit mit der Büchergilde Gutenberg eine besondere künstlerische Trouvaille: die letzte Illustrationsfolge von George Grosz (1893–1959).
Die Geschichtensammlung von Rudolf Omansen mit den Grosz-Illustrationen wurde in diesem Jahr erstmalig von der Büchergilde Gutenberg veröffentlicht.

Als einer der ersten Künstler wurde George Grosz bereits im März 1933 von den Nationalsozialisten ausgebürgert. Obwohl er in den USA hochgeschätzt wurde, litt der Künstler sehr unter der Verfemung seines Werkes in der Heimat. Ende der 1950er Jahre entschloss sich der gesundheitlich schwer angeschlagene Grosz zur Rückkehr nach Berlin.
Im Rahmen der sogenannten „Wiedergutmachungspolitik“ der jungen Bundesrepublik wurde Grosz an seinem Lebensende für die Verunglimpfung seines Werks während des „Dritten Reiches“ finanziell entschädigt. Maßgeblichen Anteil hieran hatte der Mediziner Rudolf Omansen, der das entscheidende Gutachten über die körperlichen und seelischen Folgeschäden des Künstlers verfasste.
Bald verband Grosz und Omansen eine enge Freundschaft, die in der schöpferischen Zusammenarbeit um die Geschichte eines imaginierten Huhns mündete, das einen renommierten Professor in den Wahnsinn treibt: eine Parabel auf psychologische Traumata, unter denen Grosz nach der Ächtung und Teilzerstörung seines Werks durch die Nationalsozialisten selbst litt.

Ausstellung: 26. August - 27. Oktober 2019

Lesung: 10. Oktober 2019, 19 Uhr

George Grosz, Rudolf Omansen und ein Huhn. Wie es zur letzten Illustrationsfolge von George Grosz kam.
Hg. v. Juerg Judin und Pay Matthis Karstens. Mit einem Essay von Ralph Jentsch;
leinengebundenes Hardcover, 76 Seiten; Büchergilde Gutenberg 2019

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