Das DEG-Exlibris des Monats Dezember stammt von Alberto Martini (1876–1954) und entstand für Gianni Mantero (1897–1985). In einer berührenden und eingehenden Besprechung des Blattes begründet die Rezensentin Ulrike Ladnar die Wahl des Kunstwerks für den Dezember, der an sich eine Zeit der Besinnung und der Einkehr sein möge. Handelt es sich doch um ein Kriegsblatt, das die beiden großen Weltkriege und deren mit ihnen in Verbindung stehende Verheerung aller Dinge zum Gegenstand hat. Und geht der Tod als Schnitter, nach allen Seiten „Guerra“ brüllend, durch die Verwüstung – und damit zipfelt das Blatt, das dem ehemaligen FISAE-Präsident Gianni Mantero zugeeignet ist, dunkel in die Gegenwart. Nichtsdestotrotz ist die Besprechung mit dem Wunsch Ulrike Ladnars verbunden, da möge eine Aussicht sein und sich die Taube mit dem Ölzweig wieder erheben können: „Allen Mitgliedern wünschen wir auch in diesen schwierigen Zeiten oder besser: trotz dieser schwierigen Zeiten ein schönes Weihnachtsfest mit Familie und oder Freunden und ein gutes und vor allem friedvolles Neues Jahr. Vielleicht kann das leider traurig stimmende Exlibris, das aber der Exlibriskultur künstlerisch und inhaltlich große Ehre macht, bei allen Betrachtern den Friedenswunsch verstärken.“ Und die Betrachterin verbindet das mit dem Wunsch, das Dezember-Exlibris für 2026 möge mit einem hellen, nach den Maßgaben der Aufklärung guten Engel versehen sein, einem Engel des Lichts, wie es die Zeit verdient. Und dass die im Fußteil abgebildete, gerupfte Taube wieder Mut und Federn fasst, um den Erdkreis zu fliegen ... Der ganze Text findet sich hier. Super diruta construere heißt übrigens frei übersetzt ... Auf dem Zerstörten neu erbauen. Wohl dem.
(André Schinkel/Pressemitteilung)