... ist ein Interview von Peter Michel mit dem Pirckheimer Peter Arlt in der heutigen junge Welt-Wochenendausgabe überschrieben. Das Gespräch der beiden Kunstwissenschaftler trägt den Untertitel »Über 100 Jahre Willi Sitte, die Wahrheitsfunktion der Kunst, neue Zeiten für Ikarus und eine Hommage an den Realismus« und fand aus Anlass der Eröffnung der Ausstellung »Merseburger Sprüche und Sprünge« in der Merseburger Sitte-Galerie für realistische Kunst statt.
Peter Michel beginnt das Interview mit der Feststellung: "[Die Ausstellung] ... wurde von Ihnen langfristig und mit hohem Anspruch kuratiert, 160 Werke von 83 Künstlern werden dort bis zum 9. Januar 2022 zu sehen sein. Ab 3. Oktober 2021 zeigt das Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale) eine große Retrospektive aus dem Lebenswerk Willi Sittes. Beide Ausstellungen laufen dann parallel." und fragt Peter Arlt dann »Was hat Sie bewogen, der Ausstellung einen solchen Titel zu geben?"
"Die erste Zauberformel der »Merseburger Zaubersprüche« heißt im Neuhochdeutschen: »Entspring den Haftbanden, entfahr den Feinden!« Auf die realistischen Künstler übertragen, bedeutet das, den Gängelbändern des Kunsthandels und der Kunstpolitik zu entkommen und mit dem Robert-Musil-Harald-Metzkes-Spruch »Der Realismus ist wie das Gras, das, niedergetreten wieder aufsteht« die Kraft der Visualität zu finden, im eigenen Sinn und Stil zu entfalten und der Realismusgemeinschaft beizufügen."
Es folgt eine Einblick in die Realismustheorie mit dem Fokus auf das Schaffen von Willi Sitte und gut 80 weiteren DDR-Künstlern, deren Beitrag zum Realismus mit der Ausstellung gewürdigt wird.
junge Welt, 10. / 11. Juli 2021, Nr. 157