Als hätte das üble Schnitterjahr den Schlund noch immer nicht voll genug: Nunmehr ist auch der Tod von unserem Pirckheimer-Freund Eckehart SchumacherGebler zu beklagen. Der Drucker, Büchermacher und Honorarprofessor für Buchdruck an der Hochschule der Bildenden Künste Saar starb am 17. Dezember im Alter von 88 Jahren. Das vermeldet der Verein für die Schwarze Kunst e. V. aus Heidelberg in einem berührenden Nachruf. Er schreibt:
„Es gibt oder gab Menschen, bei denen sich der Gedanke an die Vergänglichkeit des Lebens nicht einstellen will, ohne die man sich eine, ‚seine Welt‘ nicht vorstellen mag. Sie schienen schon immer da zu sein und waren bis ins hohe Alter von scheinbar unbeugsamer Schaffenskraft. Eckehart SchumacherGebler war ein solcher Mensch. Bis zuletzt trieb ihn seine Leidenschaft für die Schwarze Kunst um, nahm er an Veranstaltungen teil wie der Verleihung des Gutenberg-Preises an ihn im Juni, oder er war auf Schriftsuche und fuhr vor allem immer wieder zwischen Bad Tölz und der Offizin Haag-Drugulin in Dresden hin und zurück.
Nun, nach 88 Jahren, hat seine Reise am 17. Dezember geendet, und die Gemeinde um die Schwarze Kunst wird sich ohne ihn weiter für den Erhalt und die Förderung des Buchdrucks einsetzen müssen. Der ‚Verein für die Schwarze Kunst‘ verdankt Eckehart SchumacherGebler nicht nur seine Existenz, sondern sein Wirken für den Erhalt und die Förderung des handwerklichen Buchdrucks hat uns, wie viele weitere Menschen, inspiriert und neue Zuversicht für unser Engagement vermittelt. Seine antreibende Schaffenskraft, sein enormes Wissen und sein geschulter, überaus präziser ‚typographischer‘ Blick werden uns – neben dem Menschen selbst – sehr fehlen. Sein Erbe aber werden wir bewahren.“
Die Verdienste Eckehart SchumacherGeblers sind in der Tat schwer zu überschauen. So rettete der aus einer süddeutschen Druckerfamilie Stammende nach der Wende die 1829 in Leipzig gegründete Druckerei Offizin Haag-Drugulin, deren Abwicklung und Umwidmung in ein Versandhaus drohte. SchumacherGebler gilt als Bewahrer unzähliger Bestände der Druckerei wie des DDR-Schriftbetriebs. Im Jahr 1994 gründete SchumacherGebler schließlich das Museum für Druckkunst in der Leipziger Nonnenstraße und rief die Leipziger Typotage ins Leben. Bereits 1997 erhielt er für seine überaus wirksame Arbeit den Antiquaria-Preis.
Außerdem betrieb SchumacherGebler in Dresden eine Druckerei mit dem Namen Offizin Haag-Drugulin, ein Studio für Typografie sowie einen Verlag. Die Offizin Haag-Drugulin arbeitete noch im Handsatz und im Monotypesatz. In Verlag und Druckerei erschien u. a. Bücher zu Hans und Lea Grundig sowie die Bände Dresdner und anderer renommierter Autoren, darunter Michael Wüstefeld, Franz Hodjak und Richard Pietraß. Der jüngste Band, die Haiku-Sammlung Vokabeln des Lichts des Dresdner Dichters Uwe Claus mit Zeichnungen von Olaf Stoy, hatte am 6. Dezember Premiere. Die Welt der Bücherfreunde verliert einen ihrer wirksamsten Streiter.
(André Schinkel/Pressemitteilung)