„Es gibt viele Jinas, die ihren Namen nicht tragen dürfen.“ So schildert die Autorin Zilan Sarah Kößler Anlass und Grundmotiv ihres Kinderbuchs Jina. Das Mädchen, das Leben heißt, das bei Blue Boat Books erschienen ist und in dieser so wackligen Zeit ein höchst brisantes Thema anfasst. Jina ist ein Kinderbuch über die Bewegung Frau, Leben, Freiheit im Iran. Es thematisiert auch den Mord an Jina Mahsa Amini im Jahre 2022. Das Unglück berührt auch das Leben der Verfasserin selbst, wie sie in einem so ausführlichen wie berührenden Interview in der taz zu Protokoll gibt: „Ich habe mich sofort in der Geschichte von Jina wiedergesehen. Ich komme selbst aus einem kurdischen Background und musste als Kind aus Kurdistan fliehen. Wie sie durfte ich damals meinen echten – meinen kurdischen – Namen nicht benutzen und kein Kurdisch in der Öffentlichkeit sprechen. Wie sie musste ich mich ständig verstecken.“ Es geht dabei um aktive Selbstbestimmung und ihre Beschneidung, Feminismus und die Würde, um Freiheit und Mut. Illustriert wurde das Buch, das 6- bis 11-jährige Kinder angelegt ist, von Clara Gilod. Geeignet ist es genauso für Erwachsene, die es vielleicht mit den Kindern gemeinsam lesen und über seinen Inhalt sprechen mögen. Auf die Frage nach der Eignung des Themas für die Jüngsten sagt Kößler weiter: „Sie verstehen Geschichten von Ungerechtigkeit und Freiheit und können diese auf ihre eigene Lebensrealität beziehen. Wir dürfen nicht vergessen, dass politische Themen Kinder genauso betreffen.“ Hochwichtiges Buch zu einem wichtigen Thema der Jetztzeit. (Zilan Sarah Kößler: Jina. Das Mädchen, das Leben heißt. Ill. von Clara Gilod. Berlin: Blue Boat Books 2025, 42 Seiten, ISBN 978-3-91195-700-7, für 24 Euro.)
(André Schinkel/Pressemitteilung)