Noch bis zum 28. August 2022 ist die Ausstellung zum Pleinair „Das Höchste ist das Verständlichste“, für das sich Ende September/Anfang Oktober 2021 fünf Künstler*innen aus Höhnstedt, Halle (Saale), Chemnitz und Aschaffenburg im Novalis-Schloss Oberwiederstedt trafen, um im Vorblick auf den 250. Geburtstag Friedrich von Hardenbergs, dessen Hymnen an die Nacht wie auch sein Romanfragment Heinrich von Ofterdingen unter seinem Dichter-Pseudonym weltberühmt wurden, sich mit seinen Texten, seiner Philosophie sowie der Landschaft seiner Herkunft zu befassen, im Spengler-Museum in Sangerhausen zu sehen.
Für das Pleinair gründete sich eine Künstlergruppe, bestehend aus Andrea Ackermann, Bettina Haller, Tatjana Skalko-Karlovski, Susanne Theumer und Frank Eißner. Es entstanden an vielen bedeutsamen Plätzen eine Vielzahl von Kunstwerken, die sich oft direkt mit diversen Textstellen und Lebensdaten in Beziehung setzten: Radierungen, Aquarelle, Farbholzschnitte, Zeichnungen und Gemälde. Orte der Auseinandersetzung waren neben Oberwiederstedt selbst Halle an der Saale, Weißenfels und – wohl für alle Beteiligten am eindrücklichsten – die Familienhalden von Welfesholz, dessen Name untrennbar mit der frühdeutschen Geschichte und der Blüte des Mansfelds als Salz- und Kupferland verbunden ist.
Das Pleinair, gefördert von „Glück auf! Wohin?“, organisiert von Susanne Theumer und betreut von Vertretern des Landkreises Mansfeld-Südharz, zeitigte eine gleichnamige Wanderausstellung, die nach Stationen im Novalis-Schloss selbst, im Sangerhäuser Landratsamt und im Künstlertreff „Café Krem“ in Aschaffenburg nun in die Rosen- und Einar-Schleef-Stadt zurückkehrt. Mit dem Spengler-Museum, für seine atemberaubenden Sammlungen bekannt, wurde ein hochwürdiger Ort gefunden, die Resultate der Künstlergruppe zu präsentieren.
Das Spengler-Museum befindet sich ganz in der Nähe des Sangerhäuser Bahnhofs und ist täglich außer montags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Und auch eine fünfte und wohl auch letzte Station der Schau steht schon fest – ab dem 1. September wird „Das Höchste ist das Verständlichste“ in den Räumen der KZ-Gedenkstätte Wansleben am See zu sehen sein.
(André Schinkel)