Zwischen August 1943 und April 1945 schuf der bis dato wenig bekannte deutsch-jüdische Autor Curt Bloch in seinem Versteck in den Niederlanden das Magazin Het Onderwater-Cabaret. Das Jüdische Museum Berlin widmet diesem einzigartigen Werk kreativen Widerstands nun eine eigene Ausstellung. Zu sehen sind alle 95 Originalausgaben der Hefte mit satirischen Collagen und handgeschriebenen Gedichten, begleitet von Einblicken in die Herstellung der Titelseiten, Audios ausgewählter Texte und einer von der Schauspielerin Marina Frenk, den Schauspielern Richard Gonlag und Mathias Schäfer inszenierte Videoperformance. Das gesamte Cabaret wird digital und in transkribierter Form zugänglich sein. Die Hefte wurden erst nach Blochs Tod 1975 gefunden, sie werden nun erstmals vollständig der Öffentlichkeit präsentiert. Zur Eröffnung am 08.02.24 im Glashof des Jüdischen Museums (Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin) sprachen Hetty Berg, die Direktorin des Jüdischen Museums, die Kuratorinnen Aubrey Pomerance und Ulrike Kuschel sowie Simone Bloch, die Tochter von Curt Bloch. Musikalisch wurde der Abend begleitet von Marina Frenk und Richard Gonlag. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 26. Mai. Das Museum ist täglich von 10 bis 19, ab 01. März von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Alle Informationen zur Ausstellung, zur Daueraustellung des Museums zum jüdischen Leben in Deutschland wie auch zu aktuellen und künftigen Aktionen (so ist im Lauf des Jahres auch eine Exhibition zum 100. Todestag des großen Prager Erzählers Frank Kafka geplant) sind auf der Webseite des Berliner Jüdischen Museums erhältlich. Der Eintritt in die Dauerausstellung ist kostenlos, und der Eintritt (bei freiem Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren) in die Sonderausstellung beträgt 10 (ermäßigt 4) Euro.
(Jüdisches Museum Berlin/André Schinkel/Pressemitteilung)