Pirckheimer-Blog

corn.elius: "sondermarke", Serigrafie auf Karton. | © HSB/corn.elius 2023, Hanneke van der Hoeven
"briefe" – Installationsansicht. | © Christopher Breu
Di, 04.07.2023

Corn.elius_Gesiebte Briefe_

Hegenbarth trifft Gegenwart: Noch bis zum 20. September würdigt die Hegenbarth-Sammlung Berlin (Laubacher Straße 38, 14197 Berlin) mit corn.elius_gesiebte briefe_ erstmals in einer großen institutionellen Einzelausstellung die seriellen Bildschöpfungen des in Berlin lebenden Serigrafikers Cornelius Brändle. Mit seinem buchkünstlerischen Werk ist er seit 30 Jahren präsent, wofür der Künstler im Mai dieses Jahres mit dem V. O. Stomps Förderpreis der Gutenbergstadt Mainz im Rahmen der Minipressen-Messe ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung, die einen umfänglichen Überblick zum Werk Brändles gibt, ist von einem umfangreichen Begleitprogramm flankiert. 

_vom schönsinn der gefundenen form: Einen bislang unbekannten Kosmos bildet das Material, das den Bucheditionen zugrunde liegt, die in steter Metamorphose entwickelten Siebdruckserien. Die Hegenbarth-Sammlung stellt repräsentative Ausschnitte daraus vor, die den schöpferischen Prozess der Formfindung, die Verwandlung vom Fundstück zum Bildzeichen, als Cornelius Brändles Thema fokussieren. Die gesiebten briefe sind eine Einladung zum Mitspielen: Durch den Schönsinn der gefundenen Formen vermitteln sie beim bloßen Betrachten die impliziten sozialen wie intellektuellen Aspekte. In der Reihe Hegenbarth trifft Gegenwart werden darüber hinaus zudem verschiedene Vermittlungsformate bis hin zur seriellen Kunstaktion angeboten.

Seit über zwanzig Jahren sind Alltagsgegenstände, zufällig Gefundenes oder Weggeworfenes, Ausgangspunkt vieler seiner Serigrafien. Als Sammler liest Brändle, der auch als Initiator der Art Book Berlin bekannt wurde, diese Dinge auf, nicht wissend, welchen Sinn er ihnen als Zeichner mit dem Sieb entlockt. Der Zufall verwandelt die Form des Ausgangspunkts im photomechanischen Prozess. Im seriellen Spiel mit der gefundenen Form hat corn.elius sein Markenzeichen gefunden. Die Ausstellung ist immer mittwochs von 12 bis 17 zu besichtigen, gesonderte Termine sind nach Vereinbarung möglich. Am 19. und 20.07. sowie am 23. und 24.08. finden Ferienworkshops in der Sammlung statt, am 20. September ein Künstlergespräch mit Buchpräsentation. Alle Infos dazu finden sich auf der Webseite der Hegenbarth-Sammlung. Willkommen bei Hegenbarth!

(Hegenbarth-Sammlung/André Schinkel/Pressemitteilung)

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