In der vom Lyrikers Jörg Kowalski und dem Maler und Grafiker Ulrich Tarlatt gegründeten edition augenweide sind mehr als 50 Künstlerbücher erschienen, unter denen die 30 Almanache der Edition common sense, der erste Band erschien im Dezember 1989, die bedeutendsten Einzelpositionen darstellen. Die Herausgeber orientieren sich bei der Konzeption an den klassischen Almanachen, so etwa an jenen aus dem Fritz Gurlitt Verlag, die regelmäßig erschienen sind und in denen der Bildenden Kunst sowie der Literatur ein gemeinsames Podium geboten wurde. Im Jahrestakt werden KünstlerInnen und SchriftstellerInnen eingeladen, einen Beitrag zu schaffen und diesen als signierte Erstveröffentlichung im Almanach zu publizieren.
Der im Titel programmatisch angelegte „Sinn für das Gemeinsame“ beschreibt die Herausgabe der Bücher gleichnishaft. Die Auflage betrug zunächst 50 Exemplare, später waren es meist 75 Exemplare. Die meisten der Almanache gehen als Belege an die beteiligten KünstlerInnen, in den Verkauf gelangen immer nur wenige, deren Erlös zur Deckung der Unkosten notwendig ist. Buchkunst endet hier nicht im Gesamtkunstwerk, vielmehr ist der Almanach common sense wie eine sprühende Topografie der Möglichkeiten, der jeweils rund 30 Beteiligten in- wie ausländischer Künstler. Mit rund 500 Einzelbeiträgen bietet die Edition aber auch einen exzellenten Überblick über die vor allem deutschsprachige Kunst- und Literaturszene und vereint viele bekannte mit weniger bekannten KünstlerInnen und SchriftstellerInnen.
Eine Ausstellung, die jetzt in Jena zu sehen sein wird, vermittelt einen Querschnitt aus dem überbordenden Fundus von 30 Jahren Redaktionsarbeit. Ausgestellt werden mehr als 100 Zeichnungen, Grafiken, Gedichte, Texte, Fotografien, visuelle Poesie und Multiples. Verschiedene Sonderveranstaltungen begleiten die Ausstellung.
14. März – 24. Mai 2020
Romantikerhaus Jena