Ein Autor wie Christoph Hein, der am 08. April seinen 80. Geburtstag feierte und zu den großen Erzählern des Landes gehört, hätte an sich eine gesammelte und vollständige Ausgabe verdient, und mithin wäre das nochmal als Sichtung eines zudem überaus umfänglichen Outputs dieses Autors – den Romanen, derer zwei weitere in Arbeit sein sollen, wären Novellen, Erzählungen, Essays, etwa zwanzig Stücke und auch Lieder beizugesellen – Maßstäbe setzend. Immerhin legt Suhrkamp zum Jubiläum sechs seiner wichtigsten Texte in einer Sonderausgabe vor: Es handelt sich um die sich in der Stadt seiner Kindheit bewegenden Bücher, darunter so bahnbrechende Romane wie Horns Ende und Landnahme. Den Abgleich mit seiner Adoleszenz-Stadt Bad Düben mag der Germanist zurückweisen, allein, er möge, auch wenn es sich in der Nennung um Guldenberg/-burg handelt, mit einem der Bücher durch den kleinen kursächsischen Flecken, der eine erstaunliche Anzahl Künstler hervorbrachte, wandeln – und er wird so manche Schramme an manchem Hoftor wiedererkennen ... Als Einführung in das große Metier der Kunst Christoph Heins oder wenn man etwas darüber erfahren möchte, wie sich Zeit-Geschichte, in Literatur verbracht, anfühlt, der ideale Einstieg. Und: Die limitierte Edition in sechs Bänden ist ungemein preiswert. (Christoph Hein Jubiläumsedition, Berlin: Suhrkamp 2024, 6 Bände in Kassette, br., 1.830 Seiten, ISBN 978-3-518-00599-6, 58 Euro.)
(André Schinkel)