Künstlerbücher und Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg: Wenn die international bekannte Buchkünstlerin und der Bildhauer zusammenarbeiten, entstehen im Dialog von Holz, Papier und feinster Drucktechnik einzigartige lesbare Skulpturen, raumgreifende Installationen und farbensprühende Künstlerbücher voller Überraschungen. Vom 01.September bis 21. Oktober 2022 ist die Ausstellung „Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt“. Künstlerbücher und Buchskulpturen von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg zu sehen. Die Vernissage findet am 31. August um 19 Uhr in der Landesbibliothek statt.
Harms und Müller-Fries verwenden in ihren Projekten Texte und Textfragmente als Basis ihrer gemeinsamen künstlerischen Ausdrucksweise. Ausgangspunkt ist stets die Literatur, deren Sprach- und Klangbilder sie in eine moderne Formensprache übertragen. Künstlerin und Künstler nutzen dabei ihre verschiedenen Schwerpunkte und spielen mit unterschiedlichsten Materialien und Techniken. Feine Drucktechniken, Bleisatz und Typografie werden mit raffinierter Holzbearbeitung kombiniert. Zum Einsatz kommen hauchzarte Japanpapiere ebenso wie Büttenpapier, Tusche, Farben und immer wieder Holz, z. T. mit Feuer geschwärzt. So gegensätzlich und schwer vereinbar die Materialien oft auch sind, so unendlich viele Möglichkeiten eröffnen sie im gemeinsamen künstlerischen Prozess. Es entstehen raumgreifende Buchskulpturen und Objekte, lesbare Skulpturen und Künstlerbücher, die in den Ausstellungen von Harms und Müller-Fries zu raumbezogenen Installationen verwoben werden. Internationale Aufmerksamkeit erlangte besonders ihr Projekt zum finnischen Nationalepos Kalevala, das sie anlässlich der 100-Jahr-Feier von Finnland in der Turku City Library präsentierten.
Vor allem lyrische Texte bilden die Grundlage der Werke, die Anja Harms und Eberhard Müller-Fries für ihre Oldenburger Ausstellung ausgewählt haben. Sie stammen aus verschiedenen Epochen, angefangen bei Fragmenten des persischen Mystikers Rūmī aus dem 13. Jahrhundert über Texte von Friedrich Hölderlin bis zu Gedichten von Paul Celan. Das Zitat im Titel stammt von Rainer Maria Rilke. In der Ausstellungsreihe Positionen moderner Buchkunst der Landesbibliothek Oldenburg ragt die Ausstellung von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries durch ihre einzigartige Materialität und ihre raumgreifende Dimension hervor.
Bei der Vernissage am 31. August führt Sarah Janke um 19 Uhr in die Arbeit der beiden Künstler ein. Frau Janke ist für das Fachreferat Künstlerbücher an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel zuständig. Zur Finissage am 21. Oktober (wiederum um 19 Uhr) hat die Landesbibliothek den Kunsthistoriker Dr. Stefan Soltek, den ehemaligen Direktor des Klingspor-Museums Offenbach, eingeladen. Anja Harms und Eberhard Müller-Fries sind bei beiden Gelegenheiten anwesend. Um vorherige Anmeldung zu beiden Veranstaltungen wird gebeten, Kontakt besteht zur Abteilungsleiterin für Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit, Frau Michaela Klinkow: klinkow@lb-oldenburg.de. Die Ausstellung im Landesmuseum Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) ist von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am 3.10. bleibt die Landesbibliothek geschlossen.
(André Schinkel/Pressemitteilung)