Die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) hat die Gewinner des Breslauer Preises für Bibliographie 2022 bekanntgegeben. Insgesamt wurden 99 Arbeiten eingereicht. Der erste Platz ging an Jack Baldwin mit A Catalogue of Fifteenth-Century Printed Books in Glasgow Libraries and Museums (zwei Bände, Woodbridge: Boydell and Brewer 2020). Die Universitätsbibliothek Glasgow besitzt eine der umfangreichsten Sammlungen seltener Bücher im Vereinigten Königreich, darunter 1.062 Inkunabeln. Eine Beschreibung von weiteren 62 Inkunabeln aus anderen Glasgower Bibliotheken und Museen vervollständigt den Katalog.
Der zweite Preis geht an Ernst Fischer (Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Historische Kommission): Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 3 Drittes Reich und Exil, drei Teile: Exilbuchhandel 1933–1945/1; Exilbuchhandel 1933–1945/2; Exilbuchhandel/Supplement (Berlin und Boston: De Gruyter, 2020 und 2021). Den dritten Platz belegt Renaud Adam mit Vivre et imprimer dans les Pays – Bas Méridionaux (Des Origines à la réforme) (zwei Bände, Turnhout: Brepols 2018). Eine Honourable Mention (Lobende Erwähnung) erhielten schließlich Frank Romano und Miranda Mitrano mit History of Desktop Publishing (New Castle, Delaware: Oak Knoll Press 2019).
Die Auszeichnung, mit dem alle vier Jahre herausragende bibliografische und buchgeschichtliche Arbeiten gewürdigt werden, wurde erstmals 1967 verliehen. Der ILAB Breslau Prize for Bibliography wird von der ILAB mit der großzügigen Unterstützung der B. H. Breslauer Foundation gesponsort und am 14. September 2022 im Rahmen des ILAB-Symposiums in der Weston Library (Bodleian Libraries) in Oxford, verliehen. Eine Ausstellung aller eingereichten Bücher samt der 2022 ausgezeichneten Titel wird vom 15. bis 18. September 2022 während der London Rare Book Fair (Firsts) in der Londoner Saatchi Gallery zu sehen sein. – Das Opus magnum des zweiten Preisträgers, Ernst Fischer, wurde übrigens in der Ausgabe 243 (2021/4) der Marginalien durch Klaus-Jürgen Becker rezensiert und gewürdigt.
(Maria Bogdanovich)