Der argentinische Comickünstler José Muñoz erzählt in harten Schwarz-Weiß-Kontrasten – von drastischen Crime Storys um Detektiv Alack Sinner bis zur feinfühligen Biografie der Jazzlegende Billie Holiday. Originale, Skizzen, farbige Arbeiten zeigen ihn im Cartoonmuseum in Basel in einer umfassenden Retrospektive. Mit ihren Hardboiled-Storys um Privatdetektiv und Ex-Polizist Alack Sinner haben der aus Argentinien stammende Comiczeichner Muñoz und sein Landsmann, Autor Carlos Sampayo, einen Meilenstein der Comicgeschichte geschaffen. Anfang der 1970er Jahre nach Spanien emigriert, trifft der in Buenos Aires ausgebildete Muñoz in Barcelona Sampayo, der Argentinien ebenfalls aus politischen Gründen verlassen hat. Gemeinsam erschaffen sie den Antihelden Alack Sinner, der auf den ersten Blick alle Klischees der Zunft erfüllt: desillusioniert, melancholisch, einsam, dem Alkohol verfallen. Die 1975 gestartete, über Jahrzehnte fortgeführte Serie geht weit über die typischen Genregrenzen hinaus. Sie verwebt klassische Krimihandlung mit scharfer Gesellschaftskritik – etwa an Rassismus und Korruption – und nimmt Bezug auf Ereignisse wie den Vietnamkrieg oder die Anschläge vom 11. September. Die Figuren changieren zwischen beinahe realistischer Darstellung und grotesker Karikatur – ein spannungsgeladenes Wechselspiel von Alptraum und Wirklichkeit. Neben der Sinner-Reihe entstehen auch andere Werke wie Joe’s Bar und Sophie Going South, die mit lakonischem Humor ernste Themen behandeln. Spätere Arbeiten von Muñoz spiegeln seine Sehnsucht nach dem multikulturellen Lebensgefühl von Buenos Aires wider. Die Ausstellung im Cartoonmuseum Basel (Zentrum für narrative Kunst, St. Alban-Vorstadt 28, CH-4052 Basel, 28.03. bis 21.06.2026, Di–So 11–17 Uhr) zeigt Originalzeichnungen aus den Comicklassikern, Vorstudien, Illustrationen, Porträts sowie aktuelle freie Arbeiten in Farbe – Werke, die unter anderem mit dem Grand Prix des Comicfestivals in Angoulême ausgezeichnet wurden.
(Robert Grieger/Pressemitteilung)