Pirckheimer-Blog

Bis zum 21.01.2023 ist die Ausstellung zu sehen.
Leseland DDR: Sehnsucht nach raren Büchern.
Literatur in der und aus der DDR.
Aufhebung der "Sperr-Literatur" 1989/1990.
Mo, 28.11.2022

Ausstellung in Oldenburg: Leseland DDR

Eine kulturhistorische Zeitreise in das versunkene „Leseland DDR“ – vom 25.11.2022 bis zum 21.01.2023 präsentiert die Landesbibliothek Oldenburg (Pferdemarkt 15, 26121 Oldenburg) die gleichnamige Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Bei der Eröffnung am 24.11. führte der Zeithistoriker und Buchwissenschaftler Professor Dr. Siegfried Lokatis aus Leipzig in das Thema ein. Zu einer anschaulichen In-Augenschein-Nahme lädt die Schau der Bundesstiftung Besucher*innen mit ihren Tafeln, Texten, Bildern und Videos ein.

Die Deutsche Demokratische Republik: Ein Land, dessen Obrigkeit an die Macht des geschriebenen Wortes glaubte und es zugleich fürchtete. In dem das Lesen und Schreiben mit großem Aufwand gefördert wurde, während politisch unerwünschte Literatur in Bibliotheken nur mit einem Giftschein zugänglich war und Post und Reisende aus dem Westen nach Gedrucktem durchsucht wurden. Leseland DDR erzählt vom Eigensinn der Menschen, die sich ihre Lektüre nicht vorschreiben lassen wollten, die für rare Bücher Schlange standen und auf der Leipziger Buchmesse so manchen begehrten Titel westdeutscher Verlage heimlich in die Tasche steckten.

Die Ausstellung führt laut den Veranstaltern „auch in die Welt der Krimis, Märchen und Science-Fiction ein, sie berichtet von der Literatur aus der Sowjetunion, den schreibenden Arbeitern des sozialistischen Realismus und lässt die Besucherinnen und Besucher in alte Kochbücher blicken. Die Schau wirft Schlaglichter auf die grenzüberschreitende Kraft, die die deutsch-deutschen Schriftstellerkontakte, das Radio und Fernsehen, aber auch die Bücher entfalteten, die Weltreisen über die Mauern des Landes hinweg ermöglichten.“

Mit den Schriftstellerinnen und Schriftstellern in der Friedlichen Revolution und der DDR als Thema in der Gegenwartsliteratur endet die Zeitreise. Leseland DDR ist ein Beitrag zur Kulturgeschichte der SED-Diktatur. Die Ausstellung ist zugleich eine Anregung für Jung und Alt, nach ihrem Besuch die alten Bücher aufzuschlagen, um die Geschichte der DDR im Spiegel ihrer Literatur neu zu erkunden. Zur Ausstellung erschien der Begleitband Leseland DDR von Stefan Wolle (Metropol-Verlag, ISBN 978-3-86331-674-7, 12 Euro). Wolle wird in Oldenburg am 12.01. um 19 Uhr zum Thema Giftschrank, Zensur und Bückware – Bücher in der DDR sprechen. Die Schau ist Mo–Fr von 10–19 Uhr und Sa von 9–12 Uhr zu besichtigen, der Eintritt ist frei. An den Feiertagen sowie am 24. und 31.12. bleibt die Landesbibliothek geschlossen.

(André Schinkel/Pressemitteilung)

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