Pirckheimer-Blog

Antje Kunstmann. | © Amrei-Marie via CC BY-SA 4.0
Do, 24.09.2026

Antje Kunstmann ist gestorben

Für eine Verlegerin wie Antje Kunstmann war der Erhalt des Kurt-Wolff-Preises vollkommen angebracht, zwingend und notwendig: 2022 erhielt sie ihn – ihr Adlatus war seinerzeit der gleichsam für seine wunderschönen Publikationen zu rühmende Andreas Heidtmann (Poetenladen-Verlag). 1949 in Bad Kissingen geboren – hatte sie zusammen mit Peter Weismann 1976 den Weismann Verlag-Frauenbuchverlag gegründet, von 1990 bis 2023 führte sie den Verlag unter ihrem eigenen Namen weiter, unter dem er seitdem von ihrem Sohn Moritz Kirschner weiterbetrieben wird. Antje Kunstmann scharte eine illustre Melange Autorinnen, Autoren, Künstler um sich: Wolf Erlbruch, Natascha Wodin, Axel Hacke, Wiglaf Droste; auch international reüssierte die Verlegerin, nahm Rafael Chirbes, Noam Chomsky und Tim Parks ins Programm. Einen skurrilen Schwerpunkt bilden Humor und Satire: Marie Marcks, Manfred Deix und Robert Gernhardt; auch ein kleines, feines Hörbuchprogramm gehört zum Portfolio. 2024 wurde das Editionshaus zudem mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet. Am 16. September ist Antje Kunstmann in München im Alter von 77 Jahren gestorben. Die Welt der Kunst- und Büchernarren verliert eine Verlegerin von großem und besonderem Format. Viele Printmedien gedenken der Verstorbenen mit Trauer und Erinnerungen.

(André Schinkel)

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