Kafka kommt nach Berlin! Gut 100 Jahre nach Franz Kafkas (1883–1924) Tod öffnet das Jüdische Museum Berlin im Altbau (1. OG, Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin) mit seiner Ausstellung Access Kafka neue Türen zu seinem Werk: Handschriften und Zeichnungen aus Kafkas Nachlass begegnen gegenwärtiger Kunst von Yael Bartana, Maria Eichhorn, Anne Imhof, Martin Kippenberger, Maria Lassnig, Trevor Paglen oder Hito Steyerl ... Dabei stehen universelle und zeitlose Fragen nach Zugängen im Mittelpunkt. Insgesamt sind eingedenk des Meisters 24 künstlerische Positionen zu sehen. Der Begriff „Access“ bedeutet im weiteren Sinn die Erlaubnis, Freiheit oder Fähigkeit, einen Ort – auch einen imaginären oder virtuellen Raum – zu betreten oder zu verlassen. Fragen nach Einlass und Zugehörigkeit sind ein wiederkehrendes Motiv in Kafkas literarischen Texten. Die beklemmenden Beschreibungen der Desorientierung, Überwachung und sinnentleerter Regelwerke sind heute in anderer Hinsicht relevant als zu Kafkas Schaffenszeiten: In einem Zeitalter der umfassenden Digitalisierung, in dem soziale Netzwerke, künstliche Intelligenz und Algorithmen anonymisiert Zugänge verwalten, verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Privatsphäre und öffentlichem Raum. Diese Umstände bestimmen Bedingungen der gesellschaftlichen Teilhabe. Werke der Gegenwartskunst reflektieren diese Fragen – auch in Bezug auf die Rolle von Kunst und Künstlertum selbst. Die Ausstellung Access Kafka und das Begleitprogramm laden dazu ein, diesen Reflexionen zu folgen, an ihnen teilzunehmen und sie weiterzuführen. Zu sehen ist dies ab dem 13.12.2024 und bis zum 04.05.2025. Die Vernissage findet am 12.12. um 19 Uhr statt. Es erschien ein Katalog in deutscher und englischer Ausführung. Führungen in Deutsch, Englisch und Hebräisch.
(Jüdisches Museum Berlin/Pressemitteilung)