Aus dem aktuellen Frankfurter Grafikbrief:
"Hand auf’s Herz, wie viel wissen wir Eurozentrist/inn/en über chinesische Kultur und Geschichte? Ich jedenfalls bin so wenig sattelfest, dass ich auf die Kräuterbonbon-Frage „Weerrrr hat’s erfuuunden?“ im Zweifel immer gleich „die Chinesen“ antworten würde, weil man damit so oft richtig liegt. Ein bisschen heftig ist es schon: Die erste deutsche Papiermühle nahm etwa im Jahr 1390 ihre Arbeit in Nürnberg auf – über das chinesische Papier aber schreibt die auch in China umtriebige, in Berlin lebende Holzschneiderin Eva Pietzker: „Grundbedingung (für was wohl? Natürlich die Erfindung des Holzschnitts!) war die Entwicklung des Papiers, die auf das Jahr 105 (!) datiert wird, als der Hofbeamte Ts'ai Lun dem Kaiser das Papier vorstellte, das er aufbauend auf frühere Herstellungstechniken entscheidend verbessert hatte (…) Der Holz-schnitt als die älteste Drucktechnik wurde in China entwickelt. Vorläufer waren das Schneiden von Stempeln zur Reproduktion taoistischer und buddhistischer Bilder sowie zum Stoffdruck. Die eigentliche Geburt der Druckkunst liegt in der Tangzeit (618 – 907), vermutlich im 8. Jahrhundert…“
Schlappe 1300 Jahre später reist ein aus Leipzig stammender Holzschneider mit einem auf die Präsentation chinesischer Kunst in Deutschland spezialisierten Galeristen 3 Wochen lang durch China, abseits der touristischen Highlights. Chinesischer Alltag, Künstlerateliers, Orte, an die man ohne den mit exzellenten Beziehungen gesegneten Reiseführer nie käme, sind die Destinationen."
(Wolfgang Grätz)
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Frank Eißner – Bilder einer Chinareise
Vernissage: 28. Juni 2019, 19.30 Uhr, Frank Eißner wird anwesend sein
Ausstellung: 28. Juni - 26. August 2019
Frankfurter Büchergilde Buchhandlung & Galerie