Die Stadt Offenbach, in welcher die erste Lithographiewerkstatt entstand, nimmt den 200. Jahrestage des Erscheinens des Buches von Alois Senefelder (1771–1834) zum Anlass für eine kleine Themenausstellung rund um die Stangenpresse im Museum. Am Lithographentag organisiert die Internationale Senefelder-Stiftung ein Abendprogramm mit Musik, Vorführungen und Vorträgen.
In seiner Münchner Werkstatt gelang Senefelder nach Versuchen seit 1796 im Jahr 1798 endgültig ein revolutionär vereinfachtes Druckverfahren, die Lithographie. Die langwierigen Arbeiten zur Herstellung eines Kupferstiches waren mit einer chemisch behandelten Platte aus Kalkstein, die als Druckform dient, überwunden. Johann Anton André, Komponist und Musikverleger, erfuhr von diesem neuartigen Steindruckverfahren, war sofort überzeugt und erwarb die Rechte. Kurze Zeit später reisten Senefelder und und sein Partner, der Münchner Hofmusiker Franz Gleißner, nach Offenbach um dort eine Notendruckerei einzurichten. Mozarts Klavierkonzerte waren ab 1800 die ersten lithographischen Drucke.
Vor 200 Jahren veröffentlichte Alois Senefelder sein Werk »Lehrbuch der Steindruckerey«. Neben der Entstehungsgeschichte des Steindrucks geht der Verfasser sehr detailliert auf die Technik des damals neuen Flachdruckverfahrens ein. Senefelders Werk hat über die Jahrzehnte hinweg nicht an Bedeutung verloren, sondern dient noch immer als Standardwerk für Druckerinnen und Drucker und andere Interessierte.
Lithographentag: 6. Dezember 2018, 17 Uhr
Haus der Stadtgeschichte - Museum
Herrnstraße 61, 63065 Offenbach