Bernhard Heisig als Buchillustrator

Vortrag

Bernard Heisig (31. März 1826 in Bresslau - 10. Juni 2011 in Strodehne in Brandenbrg) gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten der Kunst in der DDR. Er wird mit Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer zur Leipziger Schule gezählt. Als Buchillustrator ist er vielleicht nicht jedem sofort gegenwärtet. Es handelt sich um eine kleine aber feine Kollektion, die vor allem bei Reclam - aber auch z.B. bei Faber & Faber - erschienen ist und auf die man gespannt sein darf.

Die Buchillustration nahm neben der Maltätigkeit immer einen wichtigen Platz im Schaffen von Bernhard Heisig ein. Dabei liess er sich vom Grundsatz der Textdienlichkeit einer Illustration für die  literarisch Vorlage leiten. Aus der Vielzahl der Autoren, der von ihm illustrierten Vorlagen, seien hier genannt: Bert Brecht, Anna Seghers, Grimmelshausen, Böll, Büchner, Heinrich Mann, E. M. Remarque, Fontane, auch zur Legion der Illustratoren von Goethes „Faust, Teil 1“ fügte er seine Version hinzu. Für die Illustrationen zu Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“erhielt er 1965 den Preis des Illustratoren Wettbewerbs der Internationalen Buchkunstausstellung in Leipzig. Die Bücher erschienen in den verschiedensten Verlagen der DDR und nach der Wende insbesonders im Verlag Faber& Faber und bei der Büchergilde Gutenberg. Die persönliche, expressionistische Handschrift des Malers in den Gemälden spiegelt sich auch in den Lithografien und Federzeichnungen der Buchillustrationen wider. Stefan Römer schilderte eingehend den Lebensweg des Malers, der ein wichtiger Exponent der berühmten Leipziger Schule war. Bernhard Heisig, geboren 1925, besuchte 1941/42 kurz die Kunstgewerbeschule Breslau und ging freiwillig zur SS, eine Entscheidung, die er später als Dämlichkeit bezeichnete und offen mit diesem Makel in der Biografie umging. Seine Ausbildung setzte er 1948 in Leipzig an der Hochschule für Graphik und Buchkunst ( HGBK) bei Max Schwimmer fort und brach sie 1951 ab. Es folgten Jahrzeehnte wechselnder Freiberuflichkeit und Lehrtätigkeit an der HGBK. Bis zu seinem Umzug  1992/93 nach Strodehne ins Brandenburgische war Leipzig fortan sein Lebensmittelpunkt. Aus Anlass des 75. Geburtstags würdigte die Galerie Berlin in einer Schrift das künstlerische Potenzial der Familie Heisig, seine Söhne Walter Eisel und Johannes Heisig, Antoinette und seine zweite Frau Gudrun Brühne sind geachtete Persönlichkeiten im deutschen Kunstleben. 1987 erfolgte seine Emiritierung und der Rückzug in den schöpferischen Ruhestand. Aufsehen erregte der Wunsch des scheidenden Bundeskanzlers Helmut Schmidt, dass sein Porträt für die Galerie der ehemaligen Bundeskanzler im Bundestag von Bernhard Heisig gemalt wird, was das Interesse an dessen Werk beflügelte. Bernhard Heisig war nicht nur ein viel diskutierter Maler aus der DDR, er leistete auch interessante Beiträge zur Kultur der Buchillustration. [Auszug aus dem Bericht von Klaus Bartel in Marginalien Heft 267].

Staatsbibliothek zu Berlin
Unter den Linden 8
10117 Berlin
Deutschland

Mit
Stefan Römer

Treffpunk bis 18.55 am Diensteingang links in der Säulenvorhalle vor dem Brunnenhof

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Berlin-Brandenburg