Sie sind hier

Blog

Pirckheimer-Blog

So, 27.08.2017

Schriller Dichterfürst

Der junge Gerhart Hauptmann in der Villa Lassen, eine gedruckte Fotografie, das Klischeeraster ist zu erkennen. So ist sie im Gerhart-Hauptmann- Museum Erkner zu sehen und nun bis 3. Oktober auch noch auf der Burg Beeskow in der Ausstellung „Gerhart Hauptmann und seine Bilderwelten“. Diese ist aus dem freien Künstler- Pleinair hier vor Ort mit vier deutschen und drei polnischen Künstlern im September 2016 hervorgegangen. So kennt man den Dichter: fliehende Stirn, darüber wie ein Heiligenschein im Halbkreis der Haarkranz, der sich zu der charakteristischen Mähne entwickeln wird, ernster, bedeutungsvoller Blick. Für den 1966 in Kamienna Gora (Polen) geborenen Fotografen Janusz Jaremen war dieses Bild in der Villa Lassen in Erkner die Inspiration und das Material für ein eigenes Kunstwerk. [ ... ] So wie Janusz Jaremen versucht sich auch der Leipziger Wolfgang Böttcher, Jahrgang 1948, mit „Der Dichterfürst“ als Denkmal auf einer teilweise vergoldeten Gouache direkt der Person zu nähern. Von Erika Stürmer- Alex, der 1938 geborenen und zwischen 1992 und 2015 vielfach mit Preisen geehrten „Grand Dame“ der brandenburgischen Künstlerschaft, ist eine mit leichter Hand ausgeführte, sensible Tuschzeichnung „Porträt G. Hauptmann 2“ zu sehen. Porträts finden sich weiterhin in Gemälden bei Marchin Znamienkiewicz, geboren 1972, in „Brief“, bei Janusz Jaremen in „The man with green glasses“ und bei Janusz Konecki, 1954 geboren, in „G. Hauptmann“. [ ... ] Die 1952 geborene Brigida Böttcher zum Beispiel wartet mit „Pippa“ und „Rose B“ auf, großformatigen, dekorativen Acrylbildern mit grazilen puppenhaften Gestalten, die in ihrer Eleganz ins Heute gerückt sind. Die Ausdrucksweisen der sieben Künstler reichen von dem skurril verfremdeten Realismus bei Brigida Böttcher bis zu vollständig abstrakten Darstellungen. Thematisch geht es ebenfalls von konkreten Bezügen bis zu Verallgemeinerungen, die Stimmungen oder Grundhaltungen wiedergeben. Ein besonders ausdrucksvolles Beispiel bietet die 1947 geborene Bildhauerin Sylvia Hagen, die zwei Mal den Brandenburgischen Kunstpreis erhielt. [ ... ]

Für Burgdirektorin Florentine Nadolni ist es ganz wichtig, dass auf der Burg Beeskow nicht nur Ausstellungen gezeigt werden, sondern dass hier seit den frühen 90er-Jahren auch Kunst entsteht. „Hier ist der Ort, von dem man sich inspirieren lassen kann, zu künstlerischer Arbeit, die in Gemeinschaft mit anderen Künstlern eine eigene Dynamik erfährt, welche sich dann in den Werken widerspiegelt.“

(Elke Lang in MOZ, 17.8.2017, S. 18)

Fr, 25.08.2017

Ein neuer Spätdruck entsteht

2004 erschien die Sammlung der "Wörter und Unwörter 1990 bis 2003" als 2. Spätdruck des Pirckheimers Matthias Gubig. Mit "Bestdeutsch. Wörter und Unwörter 2004 bis 2016" wird die Reihe nunmehr bis zum Jahre 2016 fortgeführt.

Die Lettertypen druckten gemeinsam mit dem "Grafotypen" Prof. Matthias Gubig auf einer Schnellpresse, dem Original Heidelberger Zylinder von 1952, die Typo seines neuesten Spätdrucks. Alle Texte wurden von Hand aus Bleilettern der Schriften Didot-Antiqua, Maxima und Unger-Fraktur gesetzt. Die Grafiken schnitt Matthias Gubig in Holz- oder Forexplatten und druckte sie zuvor selbst mit einer Andruckpresse auf Munken Print, 150 g., die Handeinbände und Schuber fertigte Michael Knop.

Auf der Seite der Lettertypen bei Facebook können weitere Fotos betrachtet werden.

Pirckheimer-Jahrestreffen im Focus

Der Artikel kann hier aufgerufen werden.

Caroline Pinger, 2000 Holzschnitt
Henriette von Bodecker, Tired I, 2017 Linolschnitt

Menschenbilder

Holz- und Linolschnitte von Caroline Pinger und Henriette von Bodecker

Holz- und Linolschnitte, die sich mit den Mit-Menschen in unterschiedlichsten Situationen bis hin zu porträthaften Darstellungen auseinandersetzen, in Gegenüberstellung von den zwei bekannten Künstlerinnen Caroline Pinger und Henriette von Bodecker, präsentiert die 101. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers.

Vielen ist Caroline Pinger, geboren in New Jersey/USA, als Zeichnerin und Holzschneiderin bekannt. Sie studierte 1956 bis 1960 Kunst in Salt Lake City und New York, zog 1962 nach Berlin- West, wo sie seitdem auf Wochenmärkten, Demonstrationen, in Lokalen und Straßen zeichnet. Seit 1961 sind ihre Arbeiten in Ausstellungen zu sehen. Ihre Holzschnitte kommen aus den schnellen Skizzen unterwegs: Moment-aufnahmen und fortschreitende Bewegungen werden in schwingenden Linien des Zeichenstifts auf Papier aus der mitgeführten Tasche festgehalten. Diese leichten, dynamischen Striche werden zu wuchtigen Holzschnitten. Das erfordert Kraft und Geschick. Ebenso die Bändigung und Umwandlung der raschen Skizzen in ausdrucksvolle Formen mit großen Flächen durch bildnerische Energie.

Die 1977 in Berlin geborene Graphikerin und Illustratorin Henriette von Bodecker studierte von 1996 – 2001 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) llustration (bei Prof. Volker Pfüller) und Grafikdesign. 2003 – 2004 war sie Gastdozentin für Grafikdesign und Illustration am Eastern International Art College in Zhengzhou, VR China. Seit 2002 freischaffend in Berlin tätig, sind ihre Arbeiten in Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz zu sehen gewesen. Unter anderem auf ausgedehnten Reisen seit 1995, meist nach Asien, zuletzt Korea, hält sie ihre Eindrücke graphisch fest. Mittels Probedrucken und nachfolgender Überarbeitung entstehen spannungsvolle schwarz-weiße Schnitte in durchdachten wirkungsvollen Kompositionen mit angeschnittenen Formen und expressiven Perspektiven. Hierin fand sie zu einer eigenen Ausdrucksweise voller Poesie und Emotionalität.

Eröffnung: Sonnabend, 09. September 2017, 17–20 Uhr | 9. September bis 17. Oktober 2017

Druckgraphik-Atelier | Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 10407 Berlin

Do, 24.08.2017

Guidos Druckwerkstatt am Erlanger Poetenfest

Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten auf verschiedenen Druckpressen für Kinder und Jugendliche

Mittlerweile schon eine Tradition ist die beliebte Druckwerkstatt für junge Poetenfest-Besucher im Zirkuszelt auf der Schlossgartenwiese. Entstanden als interaktive Ergänzung zu der seit zehn Jahren bestehenden Buchkunst-Ausstellung... „Druck & Buch“ im Kollegienhaus, bietet die Druckwerkstatt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu experimentieren und sich kreativ auszutoben. Wie kamen eigentlich zu Gutenbergs Zeit Buchstaben, Wörter und in Linoleum geschnittene Bilder aufs Papier? Unter der fachkundigen Anleitung der Brüder Guido und Johannes Häfner – Mitveranstalter der „Druck & Buch“ – könnt ihr dieser Frage auf den Grund gehen und selbst mit Buchstaben historischer Holzplakatschriften in vielen verschiedenen Größen und Schriftarten kleine Meisterwerke in eigener Handarbeit stempeln und drucken ... Ärmel hochkrempeln, der Fantasie freien Lauf lassen und dann ran an die Buchstaben!

(Johannes Häfner)

26. / 27. August, 14:00 bis 18:00 Uhr

Zirkuszelt im Schlossgarten | Erlangen

Heinrich Stieglitz um 1840

Ein „Denkmal“ für den Dichter Heinrich Stieglitz

Von unserem Pirckheimer-Freund Bernd-Ingo Friedrich erscheint voraussichtlich zur Herbstmesse 2017 ein zweibändiges „Denkmal“ für den Dichter Heinrich Stieglitz (Arolsen 1801 – 1849 Venedig).

- Das Erscheinen der Bücher mußte in den Februar 2018 verschoben werden. -

Als die 28jährige Charlotte Stieglitz sich den Dolch, den sie elf Jahre zuvor ihrem Verlobten Heinrich Stieglitz geschenkt hatte, ins Herz senkte, tat sie das in der Absicht, den inzwischen zu ihrem Mann gewordenen, kranken Dichter „durch einen furchtbaren Schmerz, einen ungeheuren Schreck“ von einem vermeintlichen „Wahnsinn“ zu heilen. Damit hatte sie zwar, aus heutiger Sicht, instinktiv das Richtige getan, doch sie hatte nicht mit der kalkulierten Niedertracht gerechnet, die sich ihrer Tat bemächtigen sollte. Tatsächlich führte diese im Weiteren dazu, daß Heinrich in einer einzigartigen, bis heute andauernden Rufmordkampagne sowohl literarisch als auch menschlich vernichtet wurde. Die Biographie Heinrich Stieglitz, ein Denkmal entstand im Ergebnis von über fünf Jahren akribischer Recherche vor allem zur Ehrenrettung des zu Unrecht verfemten Dichters. In einem zweiten Teil werden sein Werk und dessen überwiegend positive Rezeption durch die Zeitgenossen betrachtet. Nicht zuletzt widmet sich die Monographie ausführlich dem allein (und nicht nur!) im Falle Stieglitz nun schon fast 200 Jahre währenden Totalversagen der Literaturwissenschaft.

Acht Exkurse, überschrieben: „Zur Hygiene in Berlin“, „Die Medizin im Biedermeier“, „Vorbilder, Förderer und Freunde“, „Friedrich Wilken und seine Bibliothekare“, „Noch etwas vom Gelde“, „Vom Werden der Bilder des Orients“, „Heinrich Heine, Voß & Co.“, „Das Junge Deutschland“ und „Einiges über den Selbstmord“, weiten die erste (!) präzise recherchierte und daher so umfangreiche Biographie zu einem eindrucksvollen Panorama der Berliner Zustände in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts.

Die Anhänge „Der Dichter Heinrich Stieglitz“, „Die deutsch-orientalische Dichtung“, „Heinrich Stieglitz‘ Bilder des Orients“ und „Heinrich Stieglitz‘ China“ erschließen Stieglitz‘ Hauptwerk, die vierbändigen Bilder des Orients, aus unvoreingenommener Sicht.

Die Kapitel „Heinrich Stieglitz als Texter“ und ein Verzeichnis der „Vertonungen von Gedichten“ widmen sich dem speziellen und besonders erstaunlichen Aspekt der Rezeption zahlreicher Stieglitzscher Dichtungen durch die Musiker.

  • Heinrich Stieglitz, ein Denkmal. Erster Teil: Biographie und Exkurse. Neustadt an der Orla: Arnshaugk Verlag 2017. 678 Seiten mit 4 Abb. Pp. 8°. 64,00 Euro. ISBN 3-944064-88-7.
  • Heinrich Stieglitz, ein Denkmal. Zweiter Teil: Anhänge, Nachklänge und Register. Neustadt an der Orla: Arnshaugk Verlag 2017. 535 Seiten mit 5 Abb. Pp. 8°. 64,00 Euro. ISBN 3-944064-89-5.

Eine Studie Beiläufiges zur Wahrnehmung Chinas ..., die während der Arbeit an dieser Monographie entstand, wurde bereits im Dezember 2016 veröffentlicht. In ihr geht es vor allem um die Überbewertung von Goethes „chinesischen“ Dichtungen im Gegensatz zur völligen Abwertung von Heinrich Stieglitz‘ Tragikomödie „China“ im vierten Band der Bilder des Orients.

Mi, 23.08.2017

Hans-Joachim Behrendt bei der Vernissage am 15.8.2017 Foto: Dr. Thomas Müth

Unser „jüngstes“ Mitglied

Dem vorletzten Heft der Marginalien, der Nummer 224, lag ein kleiner Holzstich eines Pelikans von Hans-Joachim Behrendt bei – in rot gedruckt (und als Spende beigegeben) von Martin Z. Schröder aus Berlin-Weißensee.

Erst in der vergangenen Woche wurde in der Büchergilde Buchhandlung & Galerie unseres Mitglieds Wolfgang Grätz eine Ausstellung eröffnet „Werner Klemke zum 100. Geburtstag: fünf seiner Schüler/innen Wolfgang Würfel, Inge Jastram, Hans-Joachim Behrendt,ž Lusici, Dagmar Zemke“, bei der ich dem Künstler, der mit seiner Frau aus Zingst angereist war, wieder begegnete ... und bei der mein „Werben“ nun Gehör fand: Hans-Joachim Behrendt ist jetzt ein „Pirckheimer“.

Der Künstler ist nach wie vor überwiegend als „Holzstecher“ tätig; viele Sammler erfreuen sich an einem Exlibris aus seiner Hand. Vor drei Jahren schuf er ein Blatt für meine Klemke-Sammlung, das ebenfalls bei MZS in Weißensee gedruckt wurde. Die aufwändige Arbeit mit zahlreichen feinsten Details ist typisch für den Künstler. (Näheres zu dem ereignisreichen „Druck-Tag“ kann nachgelesen werden unter blog.druckerey.de mit zwei Fortsetzungen: blog.druckerey.de; blog.druckerey.de)

Wir wünschen Hans-Joachim Behrendt, der zu Jahresbeginn seinen achtzigsten Geburtstag feierte und nach wie vor mit ungebrochener Schaffenskraft den Stichel ins Holz führt, auch weiterhin eine gute Gesundheit und viel Freude (und Freunde) in der Pirckheimer-Gesellschaft.

(Matthias Haberzettl)

P.S.: Im (Jubiläums-) Heft 200 der Marginalien schrieb der Pirckheimer Peter Labuhn über die „Exlibrisstempel von Hans-Joachim Behrendt“; der Artikel lohnt das Wieder-Lesen.

DIE MATERIALITÄT VON SCHRIFTLICHKEIT

Berets in der vierten Folge wird die Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit - Bibliothek und Forschung im Dialog von der Staatsbibliothek zu Berlin seit 2014 gemeinsam mit Forschenden der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Universitäten Potsdam und Bielefeld organisiert, in dessen Rahmen wieder theoriegeleitete Forschungsperspektiven auf Handschriften, historische Drucke und Künstlerbücher mit aus der Praxis entwickelten Fragestellungen konfrontiert werden sollen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Vorträgen: staatsbibliothek-berlin.de.

Di, 22.08.2017

Grafik: Kay Bachmann

BILDFABRIKEN. INFOGRAFIK 1920–1945. FRITZ KAHN, OTTO NEURATH ET AL.

In einer Wechselausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums wird Infographik aus der Zeit von 1920 bis 1945 gezeigt.

Bereits vor 100 Jahren wurde in Typografie, Wissenschaft und Grafik an einer bildbasierten »Sprache« gearbeitet, die sich die universelle Verständigung durch Bilder zunutze machte. »Worte trennen, Bilder vereinen«, so das Motto der neuen Bildsprache von Otto Neurath, einem der Vordenker der populären Infografik.

Die Ausstellung thematisiert die Neuentdeckung und Profilierung des Bildes als Informationsund Kommunikationsquelle zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen die beiden Bildkonzepte des Hallenser Mediziners Fritz Kahn und des Wiener Wissenschaftstheoretikers Otto Neurath. Dabei greift die Schau auf in der Deutschen Nationalbibliothek aufbewahrte Publikationen zurück, zeigt aber auch unikale Bestände aus US-amerikanischen und britischen Archiven.

Dank der Unterstützung durch die Gesellschaft für das Buch e.V. erscheint zur Ausstellung eine zweisprachige Publikation bei Spector Books.

8. September 2017 bis 7. Januar 2018 | Ausstellungseröffnung: 7. September, 19 Uhr

Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

Sa, 19.08.2017

Illustration von Klaus Ensikat zum Buch »Jeder nach seiner Art«  (Text: Hoffmann von Fallersleben), Beltz & Gelberg 1991

Klaus Ensikat zum Jubiläum

Klaus Ensikat wurde 1937 in Berlin geboren und absolvierte hier Anfang der 1950er Jahre in der DDR eine Ausbildung als Dekorateur. Es folgte ein Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst und eine Anstellung als Werbegrafiker bei der DEWAG. Bevor er sich ab 1965 als Grafiker selbständig machte, dozierte er an der Berliner Fachschule für Angewandte Kunst. Mit all diesen Erfahrungen »im Gepäck« widmete sich Klaus Ensikat schließlich der Buchkunst im umfassenden Wortsinn. Er illustrierte für zahlreiche literarische Werke (u.a. Edgar Allan Poe, Mark Twain, Jules Vernes, Lewis Carroll oder Edward Lear), gestaltete Einbände und Titelblätter und arbeitete weiterhin für Zeitschriften (u.a. »Das Magazin« und »Eulenspiegel«). Für sein illustratives Werk wurde ihm 1996 die höchste Anerkennung zuerkannt: der »Hans-Christian-Andersen-Preis«, der sogenannte »Nobelpreis für Illustration«. Im Januar 2017 wurde Klaus Ensikat achtzig Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums eines Grafikers und Illustrators, der Generationen von Bilderbuchleserinnen und -lesern visuell geprägt hat, zeigt das Bilderbuchmuseum Troisdorf eine monographische Ausstellung. Dabei wird ein umfangreicher Ein- und Überblick über das Bilderbuchoeuvre Ensikats ermöglicht.

Ausstellung: 09. September - 12. November 2017

Burg Wissem, Bilderbuchmuseum | Burgallee | 53840 Troisdorf

Do, 17.08.2017

Geschichte(n) in Bildern

Nur noch bis nächsten Freitag ist die Ausstellung "Geschichte(n) in Bildern" in der Leipziger Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz zu sehen. Neben Graphic Novels aus dem Bestand der Bibliothek sowie Flugblättern und Bilderbogen aus dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum, werden in den Vitrinen zahlreiche Objekte aus dem Museum für Druckkunst gezeigt. Diese veranschaulichen den Hoch-, Tief- und Flachdruck und zeigen wie Bilder aufs Papier gelangen können. Wer die passenden Maschinen dazu sehen möchte, muss jedoch ins Museum in die Nonnenstraße gehen.

Ausstellung: 30. März - 25. August 2017

Leipziger Stadtbibliothek | Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11 | 04107 Leipzig

Museum für Druckkunst Leipzig | Nonnenstraße 38 | 04229 Leipzig

Mi, 16.08.2017

Kinderbuch im Gespräch

Gesprächsabend mit dem Bilderbuchkünstler Sebastian Meschenmoser in der Staatsbibliothek zu Berlin.

Sebastian Meschenmoser wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren. 2001 begann er ein Studium an der Akademie für bildende Künste in Mainz. Nachdem er für ein halbes Jahr die Ecole Nationale Superieure d'Art in Dijon besuchte hatte, wechselte er 2006 in die Meisterklasse von Anne Berning in Mainz und schloss sein Studium 2007 ab. Sein erstes Buch »Fliegen lernen« erschien im Jahr 2005, sein zweites Bilderbuch »Herr Eichhorn und der Mond« (2006) wurde 2007 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2014 erschien Sebastian Meschenmosers Bilderbuch »Gordon und Tapir«, das 2015 erneut für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch nominiert wurde

Im Herbst 2017 werden gleich zwei neue Bücher des Künstlers veröffentlicht - und in der Veranstaltung erstmals präsentiert: Die von Sebastian Meschenmoser illustrierte Neuausgabe des Kinderbuchklassikers »Der Wind in den Weiden« und der Band »Die verflixten 7 Geißlein«.

Lesung: 11. September 2017, um 18.00 Uhr

Dietrich Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin | Potsdamer Straße 33, Berlin-Tiergarten

Matthias Haberzettl (lks.) und Wolfgang Grätz, Foto: Lisa Stöhr

Klemke-SchülerInnen in Ffm

Ausstellungseinführung 5 bedeutene Klemke-SchülerInnen, gestern Abend in der Büchergilde-Buchhandlung Ffm:

Matthias Haberzettl erzählte zunächst über Werner Klemke, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Zu seinem Leben gehört nicht nur seine umfangreiche Arbeit als Buchillustrator, sondern auch seine langjährige Lehrtätigkeit. Um davon zu erzählen, waren zwei der fünf ausgestellten Klemke-SchülerInnen vor Ort: Dagmar Zemke und Hans-Joachim Behrendt.

Haberzettl erzählte aber auch davon, dass Klemke während seiner Zeit in der Wehrmacht begann, für verfolgte Juden Dokumente zu fälschen. Auf diese Weise rettete er etwa 300 Menschen das Leben, erzählte aber nach dem 2. Weltkrieg nie davon. Erst lange nach seinem Tod fand eine Dokumentarfilmerin Aufzeichnungen dazu.

Weitere Fotos hier.

Büchergilde Buchhandlung & Galerie Frankfurt | An der Staufenmauer 9 | 60311 Frankfurt/M

Heinrich Gemkow, 2003, Foto: Rolf Hecker

Heinrich Gemkow (1928 - 2017)

Heinrich Gemkow starb gestern, am 15. August, im Alter von 89 Jahren in Berlin.

[...] Der Sohn eines liberalen Schuldirektors aus dem pommerschen Stolp (Słupsk), als Marinehelfer noch in den Krieg der Faschisten gezwungen, hatte nach dessen Ende in Halle-Wittenberg das Abitur nachgeholt, Germanistik, Geschichte und Pädagogik studiert. Zunächst kurzeitig im gerade gegründeten Museum für Deutsche Geschichte unter Alfred Meusel tätig, kam er ans Institut für Marxismus-Leninismus (IML), dessen stellvertretender Direktor er ab den 1960 Jahren bis 1990 war.

Mit Arbeiten über den Kampf der revolutionären Sozialdemokratie gegen das Sozialistengesetz hatte Gemkow in den 1950er Jahren mit Publikationen nicht nur von Marx und Engels, sondern auch ihrer Mitstreiter begonnen. Paul Singer galt seine Dissertationsschrift, es war die erste wissenschaftliche Biografie über diesen führenden Sozialdemokraten. Gemkow wurde Mitherausgeber der zweiten Marx-Engels-Gesamtausgabe und war für diese emsig auf mühseliger Suche nach bislang nicht entdeckten Texten. Bleibenden Verdienst erlangte er mit den zum Teil gemeinsam mit seiner Frau Hilde herausgegebenen Quellen, ja Kostbarkeiten aus dem Leben von Marx. Leider wenig bekannt wurde ein Kabinettstück historischer Biografik, seine eindrucksvolle Studie über Marx’ letzten Aufenthalt in Deutschland, eine Kur mit Jenny und Tochter Eleonor im beschaulichen Neuenahr 1877. Dem exzellenten Bücherfreund und Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft gelang - fast nebenbei - eine einmalige Sammlung von 245 Ausgaben des »Kommunistischen Manifests« in 56 Sprachen, die er später dem Friedrich-Engels-Haus in Wuppertal zur Verfügung stellte.

Nach [...] 1989/90 aus dem offiziellen Wissenschaftsbetrieb verdrängt, machte er unter schwierigeren Bedingungen seinen Beruf zum Hobby. Zahlreiche neue Quellen ans Tageslicht befördernde Publikationen über die Engels-Familie [...] bezeugten seine ungebrochene Produktivität und Kreativität noch im hohen Alter. [...]

(Walter Schmidt, Neues Deutschland 16. August 2017)

Die Beerdigung findet am 12. September 2017, 13.00 Uhr auf dem Friedhof Pankow III, Am Bürgerpark 24, 13156 Berlin-Pankow, statt.

Mo, 14.08.2017

Buchkünstler aus Berlin im ORF

Der Pirckheimer Christian Ewald, dessen erstes Buch in seiner Katzengraben-Presse zugleich das letzte war, das in der DDR erschien, ausgeliefert am 2. Oktober 1990 um 23:59, gibt im ORF in einem Beitrag über Bibliophilie, Buchkunst und Buchillustration einen ganz speziellen Einblick von seinem Kilometer Null aller bibliophilen Bücher.

Der Beitrag kann hier aufgerufen werden.