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Pirckheimer-Blog

Mo, 25.09.2017

Lesung mit Spende einer Pirckheimerin

Anlässlich einer Lesung „Ostende 1936, Sommer der Freundschaft“ von Volker Weidermann, bekannt als Moderator „Das Literarische Quartett“, wird es eine Spenden-Verlosung geben, deren Erlös für den Raum der Namen im Berliner Holocaust-Denkmal bestimmt ist, darunter eine Originalgrafik der Hamburger Künstlerin Elke Rehder zu Stefan Zweigs „Schachnovelle. Das Kleine Theater am Südwestkorso in Berlin stellt zwei Eintrittskarten für eine Aufführung der Bühnenadaption der „Schachnovelle“ zur Verfügung.

Lesung: 29. September 2017, 20 Uhr

Gemeindesaal Hoppegarten, Berlin

Handyfotos: Abel Doering

Gestern im Lyrikhaus Joachimsthal

Es war mehr als eine Lesung, gestern im Lyrikhaus Joachimsthal, als Ulrich Goerdten einen Querschnitt seines lyrischen Schaffens vorstellte - erfreulich vor allem für diejenigen, die seine Lesung in Berlin verpassten.

Das Programm unter dem Titel seiner letzten Veröffentlichung "Lürische Ybungen" wurden neben gelungenen Rezitationen seiner Lautgedichte und Leipogramme begleitet von Fugen von J.S. Bach und kurzen literaturwissenschaftlichen Erläuterungen zur Tradition des Spielens mit Buchstaben mit dem Ziel, anstelle von Sinn und Gedanken rhythmisch Gliederung und Klang zu transportieren. Diese Art der Poesie kann schwer nur gelesen werden, sie muss gesprochen werden.

Eine Mitteilung am Rande erfreute die Hörer: In der Edition Schwarzdruck ist ein neuer Band von Ulrich Goerdten mit Prosa in Vorbereitung.

Unter den Gästen der Lesung bei Gisbert Amm war auch der Herausgeber und Drucker der "Lürische(n) Ybungen" Marc Berger und der Autor Peter Huckauf.

Do, 21.09.2017

»Lose« Farbholzschnitt, Blattformat: 38 x 50 cm, Grafik aus dem Buch »Einübung ins Paradies« Edition Die Holzschnittbücher der Edition Klaus Raasch, 2016

Druckerwochenende in Speyer

Das erste Druckerwochende in Speyer, welches ab September jeweils am letzten Druckerwochenende renommierte Handpressendrucker und -druckerinnen in „Winkeldruckerey“ stattfinden bestreitet Julia Penndorf aus Leipzig. Die Werkstatt wird jeweils am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein, jeweils ab Sonntag zeigt das „Typographische Kabinett“ Arbeiten des anwesenden Künstlers.

Julia Penndorf, Leipzig 1975 in Altenburg (Thüringen) geboren. 1996–2002 Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, ab 1998 in der Fachklasse von Prof. Rolf Kuhrt. 2000–2001 Studium llustration an der Hochschule für angewandte Kunst in Prag bei Prof. Jirí Šalamoun. 2002–2003 Aufbaustudium Animationsfilm an der Hochschule für angewandte Kunst in Prag bei Prof. Jirí Barta. 2009 Mitbegründerin der Künstlergruppe augen:falter (Leipzig). Seit 2007 freie Mitarbeit an Kursen und Schulprojekten für Kinder und Jugendliche im Studio Bildende Kunst des Lindenau-Museums in Altenburg. Julia Penndorf lebt und arbeitet als Illustratorin und Grafikerin in Leipzig.

... aus dem 213. Frankfurter Grafikbrief

MATTHIAS GUBIG DOKUMENTIERT ZUM ZWEITEN MAL DAS „BESTDEUTSCH“

Im Jahre 2004 erschien „Bestdeutsch 1990 bis 2003“ als einer von Gubigs vorzüglich ausgestatteten und originalgrafisch illustrierten „Spätdrucken“. Nun haben sich genügend neue „Wörter und Unwörter“ angesammelt, um den Band 2 erscheinen zu lassen. Die zwischen 2004 und 2016 von der Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden zu Wörtern des Jahres gekürten Begriffe, ergänzt um ausgewählte „Unwörter“, die eine unabhängige Jury aus Sprachwissenschaftlern jährlich anprangert, sind in diversen Schrifttypen groß über die Buchseiten gestreut, ohne Kommentar, illustriert mit farbigen Originalgrafiken, bei denen erneut Gubigs Bilderfindungsgabe zu bewundern ist. Der Druck dokumentiert in hochwertigster Form deutsche Zeitgeschichte.

Der von Wolfgang Grätz herausgegebene Frankfurter Grafikbrief kann hier gelesen werden. Als eine von einhundert inhabergeführten Buchhandlungen Deutschlands hat die von Wolfgang Grätz geführte Büchergilde Buchhandlung von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters gestifteten Deutschen Buchhandlungs-preis 2017 zuerkannt bekommen.

Mi, 20.09.2017

Anmerkung zur Anmerkung von Martin Z. Schröder

Affig? Lieber Herr Schröder, so kenne ich Sie ja gar nicht! Welche Laus ist Ihnen denn da nachts über die Leber gelaufen? Die schönsten deutschen Bücher 2017 sind also alle gräßlich? Und sehen langweilig aus? Keine Lust auf die Inhalte? Dann verpassen Sie was ...

Als kritischer Geist die Fahne der Typografie- und Buchkultur hochzuhalten, ist verdienstvoll. Allerdings frage ich mich: Waren Sie bei der Preisverleihung am 14. September im Frankfurter Museum Angewandte Kunst? Haben Sie einige der Bücher in Händen gehalten?

Wohl kaum. Zum Beispiel zeichnen sich alle Bücher der Kategorie 1 (Allgemeine Literatur) schon einmal durch wunderbare Papiere aus. Paul Auster, Tilman Rammstedt – zwei äußerst lesefreundlich gestaltete und auch lesenswerte Romane, letztgenannter dem Inhalt entsprechend differenzierter gestaltet, Grundschrift ist die robuste Franziska; wenn Sie die Anspielungen auf die 1970er Jahre auf Umschlag und Einband nicht mögen, sei’s drum (das führt allerdings direkt ins Buch hinein) – Sie verpassen eine toll erzählte, turbulente Geschichte mit einem inhaltlichen und einem gestalterischen Clou am Ende. Dann die Voltaire-Texte inklusive ausführlichem Nachwort, die im neu gegründeteten Verlag Das kulturelle Gedächtnis erschienen sind – allesamt lesenswert für vielseitig interessierte Zeitgenossen, wie übrigens auch die anderen Titel des Verlages. Der bedruckte Einband verführt geradezu zum Anfassen und Lesen.
Formate, Gestaltung, Inhalte – die Vielfalt ist enorm. Ob „Der Harburger Binnenhafen“, eine handliche Klappenbroschur für 5 Euro, oder der Bildband „Im eisigen Weiß“ mit berückenden Fotos und zurückgenommener Typo für 68 Euro – auch die preisliche Bandbreite ist groß. Ich jedenfalls bin von diesem Jahrgang begeistert.
Sie müssen den Wettbewerb nicht mögen und auch nicht die ausgezeichneten Bücher, jedoch ist mir Ihre Kritik zu pauschal und oberflächlich. Anzudeuten, dass die Einschätzung auch anders ausfallen kann, ist mir jedenfalls ein Anliegen.
Auf der Frankurter Buchmesse (Stiftung Buchkunst in Halle 4.1) können alle Buch- und Literaturliebhaber die ausgezeichneten Titel wie auch die Short- und Longlist-Titel selbst in Augenschein nehmen. Die Einladung gilt ...

(Silvia W. Werfel)

© BODONI

25 Jahre edition bodoni

An einem ehemaligen Nationalfeiertag feiert die edition bodoni ihr 25jähriges Bestehen.

Die edition bodoni entstand 1992 in Wertschätzung der Idee, den Gedanken von guter Typografie durch realisierte gute Typografie und Inhalte verbreiten zu können. Die Lust guten Geschmack zu initiieren, trägt die Gründerinnen und Gründer bis heute.

Bei der gemeinsamen Arbeit mit und an Typografie im Verbund mit gesellschaftlich und historisch relevanten Inhalten stellte sich heraus, daß den Engagierten in diesem Verlag das »Bücher-Verlebendigen« mittels Typografie wichtiger wurde denn das Schreiben über Typografie.

In Zusammenarbeit mit renommierten Gesellschaftswissenschaftlern und Historikern entstanden zahlreiche Bücher zu gesellschaftlichen Nischenthemen. Memoiren, Biografien & Biografieforschungen, Geschichtswissenschaft & Oral-History, Almanach-Ideen zu Heinrich Heine, Ernst Busch, Theodor Fontane, Sigmund Freud, Karl Marx und vielen mehr.

Nun ist es Zeit einmal zurück zu schauen. Autoren des Verlages werden aus ihren Büchern lesen, es gibt Essen und Getränke, natürlich einen Festvortrag und auch kleine Überraschungen.

7. Oktober 2017, 14 - 18 Uhr
Freier Eintritt - aus Platzgründen wird um Voranmeldung und Reservierung über die Website gebeten.

BODONI-Vielseithof
Buskow bei Neuruppin | Buskower Dorfstraße 22, 16816 Neuruppin

Di, 19.09.2017

Klemke illustriert Brecht

Die Bitten der Kinder

Die Häuser sollen nicht brennen.
Bomber sollt man nicht kennen.
Die Nacht soll für den Schlaf sein.
Leben soll keine Straf sein.
Die Mütter sollen nicht weinen.
Keiner sollt töten einen.
Alle sollen was bauen.
Da kann man allen trauen.
Die Jungen sollen`s erreichen.
Die Alten desgleichen.

Bertolt Brecht (1951)

Abb. 1 zeigt die 1. Aufl. Unsere Fibel. Autorenkollektiv. - Berlin: Verlag Volk und Wissen. 1974. - 111(1) S. - 27,5 x 18,8 cm. - iOPp.
Abb. 2 dass. 2 Auflage: 1975.

Gefunden im Katalog Schönste Bücher 1974 (DDR), S. 37: Illustrationen und Ein­band: Werner Klemke. Schreibschrift: Renate Trost. Auflage: 300.000. Schrift: Gill-Grotesk (Monophoto). Pappband. 112 Seiten mit 140 Bildern.

Schönste Bücher - eine Anmerkung

Wenn man sich diese triste Sammlung eines vollkommen unkritischen sog. Fachmagazins anschaut, kann man kaum glauben, daß es eine Auswahl von Büchern ist, die wegen ihrer Schönheit prämiert wurde. Das eint diese Bücher: Sie sind angeblich die fünfundzwanzig schönsten des Jahres 2017. Abgesehen davon, daß ich keines dieser Bücher lesen will, weil sie so langweilig und nichtssagend ausschauen, so fällt mir vor allem auf, daß fast alle, nicht nur der Siegertitel mit dem Affen, irgendwie affig wirken. Das betont Handgemachte, also richtig mies und schwer leserlich gekrakelte Schriften, auch als Imitat (also eine Satzschrift, die so tut, als sei sie geschrieben) – als sei handgemachte Arbeit gesetzmäßig krumm und schief, brrr! –, das naiv Dümmliche, ebenso aber auch das Naive an sich, nämlich die serifenlose Schrift, vor allem solche, die ein bißchen auffällig gemacht wurden durch Extreme wie feinste Linien oder Verzerrungen oder willkürliche und überflüssige Verzierungen, werden besonders goutiert. Eine Sammlung von Büchern von zwei oder drei Design-Maschen. Ein bißchen Zitat, ein bißchen Retrospektive, ein bißchen Verzierungen, aber in der Anlage sind alle diese Umschläge vollkommen innovationsfrei. Werbeagenturkram. Der Durchschnitt von dem gedankenlosen Zeug, das in unseren Buchhandlungen herumliegt und den schlechten Geschmack der Buchhandelsvertreter aus den Verlagen spiegelt. »Schönste Bücher« – wenn es nicht so trübselig wäre, wäre es wenigstens ein lahmer Witz. Gräßlich. Man wird übrigens auch in keinem deutschen Feuilleton eine Kritik dazu finden, denn die Form des Buches ist dem Feuilleton ebenso schnurzpiepe wie den sog. Fachmedien. Es ist deshalb in dieser Hinsicht inkompetent. Auch gräßlich. Es lebe das Antiquariat. Aber auch die Kleinverlage, die sich an dem affigen Wettbewerb nicht beteiligen (er kostet Gebühr) und wirklich gute Bücher machen, sie leben hoch!

(Martin Z. Schröder)

Mo, 18.09.2017

Josef Hegenbarth, Weihung der Glocke, Aquarell und Leimfarbe, um 1922 (Ausschnitt)

Wem die Glocke schlägt - Das Lied von der Glocke

Mitte Oktober eröffnet Wem die Glocke schlägt - Das Lied von der Glocke. Gesungen von Friedrich Schiller (1799) | Gezeichnet von Josef Hegenbarth (1922) | Gezeigt von der Hegenbarth Sammlung Berlin (2017).

Die 33 reich gestalteten Blätter mit Illustrationen zu Schillers Gedicht werden erstmalig vollständig ausgestellt, begleitet von einem Band mit dem Gedichttext und allen Abbildungen. Sie präsentiert erstmals vollständig Josef Hegenbarths Folge der farbstarken, expressiven Aquarelle und Rötelzeichnungen von 1922.

Kinder und Familien werden zur beliebten Kindervernissage am Sonntag, 15. Oktober, 12- 14 Uhr eingeladen. Am Mittwoch, 8. November, 19 Uhr, wird Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Deutschen Schiller-Gesellschaft Marbach, unter dem Motto Wie klingt die Glocke heute? mit der Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Katja Schöppe-Carstensen über Rezeption und Aktualität dieses Klassikers der deutschen Literatur sprechen.

Vernissage 11. Oktober, 19 Uhr
Ausstellung: 11. Oktober 2017 - 27. Januar 2018

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

Tag des offenen Ateliers in der Kunstmühle

Der Internetauftritt der Neuhauser Kunstmühle ist inzwischen soweit gediehen, dass nicht nur die Werkstatt, sondern auch die Druckgrafiken, Künstlerbücher und das Glas so gut es eben über das Netz geht dargestellt werden.

Am 14. Oktober von 14.00 bis 18.00 und am 15. Oktober von 10.00 - 12.00 und von 14.00 - 18.00 ist die Werkstatt der Neuhauser Kunstmühle im Rahmen der niederösterreichischen Tage der offenen Ateliers geöffnet. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Kunstwerke zeigt.

Die Druckgrafik war noch vor nicht allzu langer Zeit eine hochangesehene Kunst. Dass das Interesse in den letzten Jahren ein wenig nachgelassen hat, ist wohl eher eine Frage der vorherrschcnden Mode. Warum wir diese wichtige Kunstform beachten und fördern sollten, versuchen folgende Stichworte zur Druckgrafik anzudeuten.

(Elisabeth und Nikolaus Topic - Matutin)

Pirckheimer gibt Grafik-Sammlung an Museum nach Pasewalk

Die am Sonntag eröffnete Sonderschau "DDR-Grafik-Sammlung" zeigt bis zum 19. November anhand von etwa 40 Arbeiten einen Ausschnitt der facettenreichen Sammlung eines ungenannt bleiben wollenden Pirckheimers. "Damit soll die Diskussion um den Umgang mit Kunstgrafik aus der DDR-Zeit neu belebt werden", wie die Museumsleiterin Anke Holstein ausführte. Die DDR gilt als „Land der Grafik“. Das Medium Grafik wurde vielseitig gefördert und konnte sich experimentierfreudig entwickeln – nicht nur systemkonform. Die Ausstellung zeigt inhaltlich und künstlerisch die Bandbreite des grafischen Schaffens und ein Spektrum von Kunstschaffenden der DDR, die in diesem Spannungsfeld zwischen staatlicher Kulturpolitik und individuellen künstlerischen Ansichten agierten.

Aus Anlass der Ausstellungseröffnung sagte der 82-jährige Berliner Pirckheimer zu, seine Sammlung aus ca. 700 Blättern dem Museum zu übergeben. Das Museum mit der Paul-Holz-Gedenkstätte erhält dadurch Werke namhafter und auch international anerkannter Künstler aus den Jahren von 1961 bis Mitte der 1980er Jahre, darunter Bernhard Heisig, Werner Tübke, Otte Niemeyer-Holstein, Dieter Goltzsche, Joachim Jahn und Klaus Magnus.

Ausstellung: 17. September -19. November.2017

Museum der Stadt Pasewalk

Wer ist das schönste Buch im Land?

[ ... ] 727 Titel wurden zum Wettbewerb der »25 schönsten deutschen Bücher 2017« eingereicht, der im Juli entschieden wurde. Aus diesen Preisträgern wiederum wurde jetzt der »Preis der Stiftung Buchkunst« vergeben, der das schönste deutsche Buch auszeichnet.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung fiel auf den Bildband »A.R. Penck. Rites de passage«, der von dem Pariser Grafikdesigner SpMillot gestaltet wurde. Damit gewann im zweiten Jahr in Folge ein Buch, das im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, erschien. [ ... ]

(Sabine Danek in page)

... weiterlesen auf page-online

So, 17.09.2017

Das Kapital, illustriert von Klaus Waschk, Faber & Faber 2007

150 Jahre „Das Kapital“

„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Klassiker der politischen Ideengeschichte und das bekannteste Wirtschaftsbuch in deutscher Sprache. Der erste Band der „Kritik der politischen Ökonomie“, so der Untertitel, erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner. Dauerte es damals ganze vier Jahre, bis die ersten 1.000 Exemplare verkauft waren, so zählt das Werk heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten.

Das Museum der Arbeit nimmt das 150-jährige Jubiläum der Erstveröffentlichung in Hamburg zum Anlass einer spannenden und kontroversen Ausstellung zur Geschichte und Aktualität von Karl Marx‘ „Das Kapital“. Sie spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut. Ziel der Ausstellung ist es, zum Nachdenken über Aktualität und Grenzen dieses umkämpften Klassikers anzuregen – und zwar weder dogmatisch noch akademisch, sondern assoziativ und partizipativ.

Ausstellung: 6. September 2017 - 4. März 2018

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3 · 22305 Hamburg

So, 10.09.2017

Mit kindlichem Witz auf der Spur von Kuschelkatz und Raubtierschmatz

»In der Nacht / erwacht die Katz, / geht aus dem Haus, / fängt eine Maus …«, so beginnt das neue Buch der Edition M & M. Hört sich nach Katzengeschichte an. So ist es. Eine kurze. 35 Zeilen. Reicht das für eine Geschichte, für ein Buch? Auf jeden Fall. Großzügig ausgelegt, verstecken sich in den 35 Zeilen sogar acht Mini-Geschichten. Ein Satz, eine Geschichte.
Mit diesem »Werk« verlässt die EM & M ihren bisher proklamierten Programm-Rahmen. Diesmal nichts aus der Nobelpreiskiste, nichts von einer renommierten literarischen Persönlichkeit, sondern diesmal beginnt alles mit ein paar handschriftlichen Zeilen der elfjährigen Schülerin Paloma, die in ihrem kreativem Eifer zum Geschriebenen auch gleich kleine Bleistiftzeichnungen verfertigt hatte. Beides gefiel mir.
Der Text – zum Schmunzeln. Locker, kindlich unbefangen nach der Methode »Reim dich oder ich fress dich« zusammengebastelt, dazu eine Pointe, deren verbale Drastik die Geschichte paukenschlagartig beendet. Nix von süßlicher Kuschelkatzen-Schmusetier-Geschichte. Ein erster Gedanke: Aus dem Material lässt sich etwas machen! Ich begann mit den Zeichnungen zu experimentieren: extreme Vergrößerungen, Ausschnitte, Holzschnitte entstanden. Das Buchkonzept: Rückkehr zum Einfachen, zum Elementaren – Handsatz, Werkdruckpapier, nichts Buntes, Blockbuch-Broschur. Eine gut erhaltene 48-p-Berthold-Bodoni kam zum Einsatz, die seit Jahren unbeachtet in ihrem Steckschriftkasten als Schrift-Dornröschen dahindämmerte. Für den Schutzumschlag konnte ich auf Plakatschriften zurückgreifen, die ein Setzerkollege am Ende der Bleisatzära vor dem Container gerettet hatte. Das Schleipen-Werkdruck erschien mir bestens geeignet für so ein Buch: säurefrei und alterungsbeständig, angenehme Optik und Haptik, auch in »Bläulichweiß« noch ein warmer cremefarbener Ton, die Oberfläche nicht geglättet, matt. Ideal für den Druck von Schrift und Holzschnitten.
Bis auf den Umschlag wurden Text und Holzschnitte von mir auf einer Korrex-Andruckpresse gedruckt. Die buchbinderische Verarbeitung oblag der Buchbinderei Christian Zwang in Hamburg.

(Jürgen Meyer Jurkowski)

Paloma Meyer
In der Nacht erwacht die Katz …

2017. Mit sechs Holzschnitten (Format 30 x 21 cm) nach Zeichnungen von Paloma Meyer, geschnitten von Jürgen Meyer Jurkowski. Blockbuch mit 14 Seiten, Broschur mit Schutzumschlag. Buchformat: 32 x 23 cm. Gestaltung, Handsatz, Druck der Innenseiten (Text/Holzschnitte) und Herstellung: Jürgen Meyer Jurkowski, Hamburg. Auflage: 20 Exemplare, im Impressum nummeriert (1/20 – 20/20) und von den »Buchmachern« signiert. Satz /Schriften: Handsatz aus der 48 Punkt Bodoni Berthold normal und diversen undefinierbaren Holzschriften. Druck des Schutzumschlages: Klaus Raasch, Hamburg. Papier: Innenteil: Schleipen Werkdruck, 120 g/m2, 2-faches Volumen; Einband: Fotokarton, schwarz, 280 g/m2; Vor- und Nachsatz: Bugra-Bütten, schwarz, 130 g/m2. Bindearbeiten: Buchbinderei Christian Zwang, Hamburg.
Euro 160,–

Sa, 09.09.2017

Die Kugel - Bilder einer Ausstellung

Vorr Kurzem konnte hier eine Rezension des Pirckheimers Jörg-Heiko Bruns einer Ausstellung mit dem Titel "Die Kugel - Bruno Beye - Max Dungert – Günther Vogler und die Künstler der Magdeburger Kugel" mit Stücken aus der Sammlung Gruber vorgestellt werden, siehe hier.

Heute lieferte Gerd Gruber noch einige interessante Abbildungen, siehe hier