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Exlibris des Monats

Pirckheimer-Blog

Exlibris des Monats

Fr, 01.12.2017

Exlibris des Monats: Elisabeth Fossel

Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft stellt das Exlibris des Monats Dezember 2017 vor: Elisabeth Fossel, Universal-PF, Radierung, um 1933

"Gut 100 Kilometer liegt Liezen, der Geburtsort von Maria Elisabeth Fossel (1880–1965), von Graz, ihrem Lebens- und Sterbeort, entfernt. Abgesehen von einem längeren Aufenthalt in München, wo sie die Radierschule Johann Brockhoff und die Frauenakademie besuchte, spielte sich ihr gesamtes Leben in ihrer steirischen Heimat ab. Wie so viele Künstlerinnen ihrer Zeit widmete sie sich (gemäß den damaligen Rollenzuschreibungen wahrscheinlich notgedrungen) den kleineren grafischen Formen [...]

Die drei Männer, die auf ihrer Weihnachtskarte durch die winterlich verschneiten steirischen Berge stapfen, sind da weitere Lebenswege, etliche tausend Kilometer sind sie wohl, gegangen, um an ihr Ziel zu gelangen. Es ist tiefe Nacht, aber die Sterne, deren Licht vom weißen Schnee reflektiert wird, strahlen so hell, dass jede Einzelheit der eigentümlichen Erscheinung der nächtlichen Wanderer im Detail sichtbar [...]

Martha Elisabeth Fossel hat mit ihrem Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts entstandenen Universal-PF zu Weihnachten den Betrachterinnen und Betrachtern ihrer kleinen Radierung wahrscheinlich dieselbe Zuversicht wünschen wollen: dass wir auch im Trubel und Stress der Vorbereitung des Weihnachtsfestes gelassen und voller Vertrauen unseren Weg gehen, und dass wir auch dem Neuen Jahr mit derselben Zuversicht und Hoffnung begegnen.

Wir alle, ob wir nun fremd hier sind oder zuhause."

(Ulrike Ladnar)

Di, 03.10.2017

Jens Rusch für Werner Grebe, Radierung, 2007

Exlibris des Monats: Jens Rusch für Werner Grebe

Unsere Freunde von der Deutschen Exlibris-Gesellschaft, viele Pirckheimer sind auch dort Mitglied, haben das Exlibris für Oktober vorgestellt: Martin Luther. Im Jahr 2017 begeht man in Deutschland den 500-jährigen Jahrestag seines Thesenanschlags in Wittenberg.

Eine eigene Ausprägung erfuhr die heraldische Rose in der berühmten Lutherrose: eine weiße, fünfblättrige Wildrose, die in ihrer Mitte an Stelle des Fruchtknotens ein rotes, mit schwarzem Kreuz belegtes Herz trägt. Martin Luther erhielt 1530 vom sächsischen Kurprinzen Johann Friedrich einen goldenen Siegelring mit dieser Rose, wie sie Lukas Cranach in demselben Jahr in Holz geschnitten hat. Sie ist ein Sinnbild für die Gnadentheologie des Reformators. Schon Luthers (Luders) Familie führte neben einer halben Armbrust zwei Rosen in ihrem Wappen. So erscheint die Lutherrose als Beigabe in dem Luthergedenkexlibris, das Jens Rusch 2007, im 490. Jahr des Wittenberger Thesenanschlags, für Prof. Werner Grebe radiert hat.
(Dr. Hans-Joachim Genge)