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Osteuropa in der Staatsbibliothek – die Staatsbibliothek in Osteuropa

Vortrag

„Osteuropa in der Staatsbibliothek – die Staatsbibliothek in Osteuropa“ – unter diesem Titel stand der Vortrag, den der Leiter der Osteuropaabteilung der Staatsbibliothek, Olaf Hamann, vor ca. 20 Mitgliedern und Gästen der Berlin-Brandenburger Pickheimer am 21. April im Simón-Bolívar-Saal des Hauses Potsdamer Straße hielt.

Die Anwesenden erfuhren interessante Details über osteuropäische Literatur in der Staatsbibliothek, die nicht erst seit der Gründung der Abteilung gesammelt wird. Bereits bei der Gründung der Churfürstlichen Bibliothek zu Cölln an der Spree 1661 gab es eine Osteuropa-Sammlung, die durch den Ankauf verschiedener privater Sammlungen, besonders aber nach den polnischen Teilungen von 1772, 1793 und 1796 kontinuierlich wuchs. Es lebten nun etwa 4 Mio. Polen in Preußen und durch die Pflichtexemplarregelungen kam eine große Anzahl polnischer Veröffentlichungen in die Bibliothek. Ab 1923 gab es Tauschbeziehungen mit Sowjetrussland, die noch bis 1941 aufrecht erhalten wurden. Ab 1949 gab es dann in der späteren DSB enge Tauschbeziehungen mit allen osteuropäischen Staaten auf der Basis von Regierungsabkommen. In der SPK in Marburg bzw. West-Berlin wurde ab 1950 die Osteuropaabteilung aufgebaut. Bemerkenswert ist, dass sich die osteuropäischen Bestände der beiden nach 1990 zur SBBPK vereinigten Bibliotheken zur SBBPK gut ergänzen. Dies resultierte aus den unterschiedlichen Erwerbungsschwerpunkten.

Die Osteuropaabteilung ist für die Erwerbung sowie Katalogisierung der Literatur aus den osteuropäischen Ländern zuständig und organisiert die Informationsvermittlung über einen eigenen Lesesaal. Einen eigenen Bestand verwaltet sie nicht. Die einschlägigen Bestände werden in den allgemeinen Magazinen bzw. in den zuständigen Sonderabteilungen aufbewahrt und für die Benutzung bereitgestellt. Auf einer Folie zeigte Herr Hamann dazu einige Beispiele. Der Bestand an osteuropäische Literatur in der Staatsbibliothek umfasst inzwischen ca. 1,25 Millionen Bände, jährlich kommen 10 000 – 12 000 Bände dazu. Es werden 3000 Zeitschriften gehalten und im Osteuropalesesaal steht eine Handbibliothek von 32 000 Bänden zur Verfügung.

Seit 2016 ist die Abteilung verantwortlich für den Fachinformationsdienst Slawistik, der aus dem von 1998 bis 2015 bearbeiteten Sondersammelgebiet hervorging, und betreut die virtuelle Fachbibliothek Slavistik-Portal. Sie unterhält enge Arbeitsbeziehungen zu den Nationalbibliotheken und zu weiteren wissenschaftlichen Bibliotheken in Osteuropa und sie arbeitet in zahlreichen Vereinigungen und verschiedenen Gremien mit, u.a. organisiert sie in Kooperation mit der „Allrussischen Staatsbibliothek für ausländische Literatur“ in Moskau den „Deutsch-Russischen Bibliotheksdialog“.

Ergänzend zu seinem Vortrag hatte Herr Hamann eine Reihe von Büchern in osteuropäischen Sprachen ausgelegt, die mit großem Interesse begutachtet wurden.

Ninon Suckow

Diese Veranstaltung war
Donnerstag, 21. April 2016 - 19:00
Mit: 
Olaf Hamann
Staatsbibliothek, Haus Potsdamer Straße
Simon Bolivár Saal
10785 Berlin
Zuständige Regionalgruppe: 
Berlin-Brandenburg